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Kultur im Norden Von Tänzern, Sängern und Schlittschuhläufern
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20:23 19.12.2015
Verkauften in Kalkhorst Gebasteltes für einen guten Zweck: Emma Dramm (10, l.) und Larissa Guusmann (10). Fotos (5): Jana Franke

Als würde er nie etwas anderes machen, schmetterte Ole-Niklas Lenschow auf der Bühne ein Weihnachtslied nach dem anderen. Mit seiner Kindergartengruppe gestaltete er im Kalkhorster Gemeindesaal ein buntes Programm für die zahlreichen Gäste. Zum achten Mal veranstaltete der Verein Kalkhorster Kinderkram am Sonnabend einen Weihnachtsmarkt. Was 2008 mit einem kleinen Programm für Rentner begann, entwickelte sich über Jahre zu einer sehr gut besuchten Veranstaltung, sodass sogar die Straße abgesperrt wird. Der Gemeindesaal, das Feuerwehrgerätehaus und der Platz dazwischen wurden zu einem Treffpunkt für Jung und Alt.

Während Händler im Feuerwehrgerätehaus ihre Waren anboten und die Kirchgemeinde mit den Kindern bastelte, duftete es lecker aus den Buden auf dem Dorfplatz. In einer stand die stellvertretende Vereinsvorsitzende Ingrid Suddendorf und verkaufte Bananen und Äpfel im Schokomantel sowie gebackene Waffeln. Für Letztgenannte benötigte sie drei Kilogramm Mehl und 25 Eier. Die Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt: „Das bleibt nichts übrig“, sagte sie lächelnd. Alle Einnahmen — aus einer Tombola und dem Verkauf der Leckereien — kommen dem Verein Kalkhorster Kinderkram zugute. Davon werden im kommenden Jahr viele Veranstaltungen für die Kinder der Gemeinde finanziert.

Zum Programm trugen auch Celina Fabian (10), Ada Rath (9) und Lorenz Rath (11) bei. Nach dem Auftritt der Tanzmäuse der Kalkhorster Grundschule zeigten sie auf der Bühne, was sie tänzerisch so drauf haben — und erntete dafür einen Riesenapplaus. Mit einer Choreografie bewarb sich das Trio im Frühjahr bei Kika-Tanzalarm des gleichnamigen Fernsehsenders. Ausgestrahlt wurde das Video nicht, dafür gab es aber Trostpreise und den Ehrgeiz, an ihrem Hobby festzuhalten. Fans in Kalkhorst haben sie auf jeden Fall.

Nachdem Ole-Niklas seine Lieder gesungen und das Gedicht aufgesagt hatte, gönnte er sich eine Leckerei auf dem Weihnachtsmarkt: einen Schoko-Apfel. Für ein Interview hatte er vor lauter Schmatzerei keine Zeit, das übernahm dann Mama Jacqueline Lenschow, die nicht unerwähnt ließ, dass sich ihr Knirps schon lange auf den Weihnachtsmarkt und vor allem auf den Auftritt freute. Sie und ihr Mann Tobias gehörten als Kameraden der Feuerwehr Kalkhorst zum Organisationsteam. „Wir freuen uns sehr, dass heute wieder so viele Leute dabei sind“, resümiert sie.

In Boltenhagen ist die Freude nicht weniger groß. Der von der Kurverwaltung veranstaltete Wintermarkt ist am Freitag im Kurpark eröffnet worden und zog auch gestern viele Gäste an. Bis zum 3. Januar wird täglich von 11 bis 22 Uhr an elf Ständen von Einheimischen vorwiegend Kulinarisches geboten. Der eine oder andere Kritiker urteilte angesichts des Angebots, dass der Markt an Attraktivität verloren habe. Das konnte Maya Hahn, die gestern mit sieben Freundinnen ihren Geburtstag auf dem Wintermarkt feierte, nicht teilen. „Die Eisbahn ist eine tolle Idee“, lobte die 15-Jährige. Diese Idee hatte Kurdirektorin Claudia Hörl und traf damit den Nerv vieler Kinder und Jugendlicher. Die Kritik einiger weniger Besucher kann auch Urlauberin Elisabeth Kamienk aus dem thüringischen Lichtenberg nicht verstehen. „Es ist so toll gemütlich. Shoppen kann ich auch woanders“, sagt die rüstige 79-Jährige.

Aufgebaut wurde die Kunstbahn von Bernd Schulte-Herweling. „Es sind schon professionelle Eiskunstläufer darauf gelaufen und sie fanden es gut“, erzählte er. Doch nicht nur die: Die Kunststoffplatten sind auch schon in einem Wohnhaus in Hamburg verlegt worden. Geld macht‘s eben möglich. Die Bahn hat eine Größe von 120 Quadratmeter. Für wenig Geld können Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ihren privaten oder geliehenen Schuhen in allen Größen eineinhalb Stunden ihre Runden drehen.

Jana Franke

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