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Kultur im Norden Von Täuschungen und Enttäuschungen
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19:13 07.12.2017
Lübeck

„Was ihr wollt“ gehört zu den am häufigsten gespielten Stücken Shakespeares. Die Komödie spielt in einem geheimnisvollen Land namens Illyrien. Dort ist die schöne junge Viola nach einem Schiffsunglück gestrandet. Sie geht davon aus, dass ihr Zwillingsbruder Sebastian, der ihr täuschend ähnlich sieht, den Untergang nicht überlebt hat. In Illyrien nimmt Viola eine andere Identität an, als Mann verkleidet tritt sie in den Dienst des Herzogs. Cesario, wie sich Viola nun nennt, verliebt sich in Herzog Orsino. Der aber ist für eine andere Frau entbrannt, für Gräfin Olivia. Die wiederum hat sich eine siebenjährige Trauer um ihren toten Bruder auferlegt und weist den Herzog zurück. Als Cesario bei ihr auftaucht, den der Herzog als Postillon d’amour losgeschickt hat, verliebt sie sich in ihn. Das Verwirrspiel um Liebe, Täuschungen und Enttäuschungen nimmt seinen Lauf. Wie Shakespeare die Liebesgeschichten schieflaufen lasse, das findet der Regisseur berührend und auf eine spezielle Art auch sehr komisch. Er will die Zuschauer mitnehmen auf eine spannende Reise. „Unerwiderte Liebe ist ein Thema, das die meisten kennen“, sagt er. Das Aufregende an dem Stück ist für ihn, dass das Thema von verschiedenen Seiten betrachtet wird: „Mich interessiert, es von allen Seiten anzuschauen.“

Regisseur Sebastian Schug (38). Quelle: Foto: Ulf-Kersten Neelsen

Der Regisseur hat das Stück stark gekürzt. Die Liebesgeschichten hätten ihn mehr interessiert als die Ebene der Rüpel, die die Zartheit der Liebeshändel hätten überstrahlen können. Aber dadurch sei das Stück nicht im Kern verändert worden, sagt Schug. „Es kommt trotzdem alles vor in der Geschichte.“

Das Land Illyrien ist für ihn kein realer Ort, sondern mehr eine Seelenlandschaft oder ein Märchenland. „Im Endeffekt ist es eine Bühne, genau wie bei Shakespeare.“ Musik, laut Shakespeare die „Nahrung für die Liebe“, spielt in dem Stück eine besondere Rolle. Die Liedtexte des Autors hat Schug gemeinsam mit den Schauspielern vertont und außerdem Songs hinzugefügt.

„Was ihr wollt“ ist Sebastian Schugs zweite Regiearbeit am Theater Lübeck. In der vergangenen Spielzeit hatte der Regisseur, der 1979 in Leverkusen geboren wurde und an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin Regie studiert hat, mit „Orpheus steigt herab“ von Tennessee Williams erstmals hier gearbeitet.

„Was ihr wollt“ hat er übrigens nicht nur stark gekürzt, sondern er hat auch den Schluss verändert. Wie, will der Regisseur nicht verraten: „So hat das Premierenpublikum die Chance, nicht zu wissen, wie es ausgeht.“

Premiere morgen um 20 Uhr in den Kammerspielen des Theaters Lübeck

liz

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