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Von Trollen und Liebenden

Köln Von Trollen und Liebenden

Norwegische Märchen in einer Sammlung aus dem 19. Jahrhundert zauberhaft illustriert.

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Sagenhaft: Das Cover der norwegischen Märchensammlung.

Köln. Magische Geschichten, magisch bebildert: Mit „Östlich der Sonne und westlich des Mondes“ wird eine Sammlung klassischer skandinavischer Märchen nach ihrer Erstveröffentlichung Mitte des 19. Jahrhunderts in einer Neuauflage präsentiert. Das Buch zeigt mehr als 40 Illustrationen des dänischen Künstlers Kay Nielsen (1886- 1957) zu norwegischen Volksmärchen, darunter Detailvergrößerungen von Original-Aquarellen.

Im Jahr 1840 hätten die norwegischen Volkskundler Peter Christian Asbjørnsen und Jørgen Engebretsen Moe ihre erste Sammlung von Volksmärchen abgeschlossen, erklärt Herausgeberin Noel Daniel im Vorwort. Jahrelang seien die Freunde dafür — jeder für sich und zu Fuß — in entlegenen Gebirgsgegenden, Hochebenen und Küstenregionen unterwegs gewesen. Direkt an der Quelle schrieben sie demnach die von Bauern und Fischern erzählten Sagen auf. Die Anregung dazu lieferten die Brüder Grimm mit ihrer Volksmärchensammlung, die einige Jahre zuvor erschienen war.

Für die Norweger, deren Land 400 Jahre lang unter dänischer Vorherrschaft stand, sei die Sammlung identitätsstiftend gewesen, schreibt Daniel. „Die Märchen gaben dem Volk eine Geschichte — setzten die Gegenwart in Bezug zu Bräuchen und Traditionen von gestern, in denen eine unverwechselbare norwegische Volkskultur zum Ausdruck kam.“

Auch aus heutiger Sicht wirken viele Illustrationen magisch schön. In den ins Buch aufgenommenen Märchen geht es um die jüngste Tochter einer armen Familie, die einem Bären zur Frau gegeben wird, um einen mit einem tödlichen Fluch belegten Lindwurm und um den Kampf gegen Trolle oder Zauberwesen. Meist spielt sich Dramatisches ab in den uralten Sagen.

„Östlich der Sonne und westlich des Mondes“, illustriert von Kay Nielsen, herausgegeben von Noel Daniel. Taschen Verlag, 168 Seiten, 29,99 Euro.

LN

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