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Kultur im Norden Von Wundern und faulem Zauber
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19:13 15.11.2016
„Apple“-Gründer Steve Jobs bei einer Präsentation im Jahr 2007. Bei seiner Krebs-Erkrankung hatte er sich zunächst Hilfe von alternativen Therapien erhofft – und dieses später bereut. Er starb 2011.

. Als „Apple“-Gründer Steve Jobs im Jahr 2003 an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankte, rieten ihm seine Ärzte zu einer sofortigen Operation. Jobs schwor stattdessen jedoch auf alternative Therapien und gesunde Ernährung. Doch alle Smoothies dieser Welt erwiesen sich als machtlos gegen den Krebs. Als Jobs Monate später doch in die Operation einwilligte, war er nicht mehr zu retten. In seiner Autobiografie schrieb er, wie bitter er seine erste Entscheidung bereute. Die Geschichte von Steve Jobs ist für Eckart von Hirschhausen (49) ein fatales Beispiel für falsch angewandte Alternativmedizin.„Krebs verschwindet nicht durch Aprikosenkerne“, schreibt er. „Und wer das behauptet, soll Beweise liefern oder die Klappe halten, denn er gefährdet Menschenleben.“

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Eckart von Hirschhausen ist Zauberer und Mediziner – Der ideale Autor also für ein Buch über die unerklärliche Wunderwelt und die Grenzen der Heilkunst.

Lachen und helfen

„Es ist ein Spiel mit der Hoffnung,

das selten ein gutes Ende nimmt.“ Eckart von Hirschhausen,Mediziner und TV-Moderator

In seinem Buch „Wunder wirken Wunder“, das seit einigen Wochen an der Spitze der Bestsellerlisten steht, nimmt der Mediziner und TV-Moderator eine durchaus differenzierte Haltung zu alternativen Heilmethoden ein. Doch bei schweren Erkrankungen wie Krebs hört für ihn der Spaß auf. Dubiose Wunderheiler, Handaufleger und Scharlatane erteilten verängstigten Patienten oft gemeingefährliche bis tödliche Ratschläge: „Es ist ein Spiel mit der Hoffnung und Angst, das selten ein gutes Ende nimmt.“ So viel zu den verhängnisvollen Folgen der „Wunderheilerindustrie“.

Doch Wunder und Medizin müssen sich nicht unbedingt widersprechen. Ob Spontanheilungen, Placeboeffekte oder Musik als Überlebenskunst – es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die nicht immer gleich wissenschaftlich und rational erklärbar sind, aber doch erkennbar positive Effekte zeitigen. Neben vielen Nieten und faulem Zauber gibt es auch verblüffende Erkenntnisse jenseits der Schulmedizin, die wir uns im Alltag zunutze machen sollten, meint von Hirschhausen.

Auf humorvolle und hintergründige Art versucht er so, die Welt der Magie und der Wissenschaft miteinander zu versöhnen. Tatsächlich scheint er dafür prädestiniert zu sein. Denn was manche nicht wissen: Eckart von Hirschhausen ist nicht nur ausgebildeter Mediziner, er hat auch jahrelang nebenbei als Zauberer gearbeitet. Diese Seite seiner bewegten Biografie wird in dem Buch ebenfalls beleuchtet.

So schildert er in dem Kapitel „Wie mich das Zaubern verzauberte“ von seiner ersten magischen Erfahrung im Alter von fünf Jahren. Auf einem Kindergeburtstag vollführte der Vater eines Freundes ein Zauberkunststück. Aus einem Ball machte er plötzlich zwei. Der kleine Eckart war fasziniert. Und seine Begeisterung für die Zauberei ließ auch dann nicht nach, als er Jahre später den plumpen Trick hinter diesem scheinbaren Wunder durchschaute.

In dem Buch steckt viel persönliche Lebenserfahrung, und man merkt ihm an, dass es mit Herzblut verfasst wurde. Die immer unterhaltsam präsentierten Texte sind aufgelockert durch witzige Grafiken und Rätselspiele. Ein bisschen Show muss sein! Abgesehen davon dürfte der Autor schwerlich anecken. Denn obwohl er mit Kritik an der klassischen Schulmedizin nicht spart, stellt er ihren Stellenwert nicht in Frage. Und auch die alternative und naturheilkundliche Medizin hat in einem bestimmten Rahmen für ihn ihre Daseinsberechtigung.

Soweit können die Anhänger beider Seiten zufrieden sein. Nur mit den Globulijüngern, Verfechter einer Stoffwechseldiät, geht von Hirschhausen wirklich hart ins Gericht. Seine Hauptbotschaft an den Leser und Patienten aber ist, die Augen immer offen zu halten, zwar wachsam zu sein, doch auch neugierig auf die Wunder dieser Welt.

INFO: „Wunder wirken Wunder. Wie Medizin und Magie uns heilen.“ von Eckart von Hirschhausen. Rowohlt Verlag, Reinbek, 496 Seiten, 19,95 Euro.

Der TV-Moderator, Mediziner und Kabarettist Eckart von Hirschhausen hat im Rahmen des 500. Reformationsjubiläums die Challenge „500 Lachen schenken“ gestartet. Der Reformationsbotschafter lädt Menschen ein, sich eine rote Nase aufzusetzen und sich damit lachend zu fotografieren. Die Fotos sollen auf dem Portal der Mitmachkampagne www.reformaction2017.de hochgeladen werden.

„Ist die Challenge mit 500 Lachen erfolgreich, ermöglichen die Versicherer im Raum der Kirchen fünf Workshops für Pflegekräfte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen“, hieß es weiter. Die Workshops werden von der Stiftung „Humor hilft heilen“ veranstaltet. Sie sollen die „heilsame Stimmung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen“ fördern. Die Challenge „500 Lachen schenken“

– angelehnt an die „Ice Bucket Challenge“ zugunsten einer Spendenkampagne im Kampf gegen eine seltene Krankheit – ist eine von vielen Aktionen der Mitmachkampagne.

Sibylle Peine

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