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Vor mehr als 20000 Jahren entdeckte der Mensch Ton als Werkstoff

Wismar Vor mehr als 20000 Jahren entdeckte der Mensch Ton als Werkstoff

5000 Gefäßscherben und 800 Bruchstücke von Kacheln wurden 2003 in Wismar auf einer Baustelle in der Großschmiedestraße gefunden. Es waren Abfallprodukte einer Töpferei, die dort 1636 stand.

Wismar. 5000 Gefäßscherben und 800 Bruchstücke von Kacheln wurden 2003 in Wismar auf einer Baustelle in der Großschmiedestraße gefunden. Es waren Abfallprodukte einer Töpferei, die dort 1636 stand.

Im Vergleich zu den ältesten Keramikfunden sind diese Wismarer Scherben geradezu neuzeitlich. Die frühesten europäischen Keramikfunde stammen aus dem Jungpaläolithikum und sind mehr als 24000 Jahre alt. Die ersten bekannten Keramikgefäße wurden in der Höhle von Xianrendong in China gefunden und auf 20000 bis 19000 vor unserer Zeitrechnung datiert.

Seit dem 6. Jahrtausend vor Christus wurde in Vorderasien bereits mit einer langsam drehenden Töpferscheibe gearbeitet. Und 4000 vor Christus gab es nachweislich schon die schnell drehende Töpferscheibe, durch die Keramik als Massengut hergestellt werden konnte.

Im Mittelalter gehörte die Töpferei zu den „unehrlichen“ Berufen. Das waren Berufe, die zu keinem Stand gehörten, im Gegensatz zu Tuchmachern, Buchbindern oder verschiedenen Bauhandwerkern. In Deutschland bildeten sich Töpfereizentren, zum Beispiel im Rheinland.

Heutzutage sind Keramikprodukte fester Bestandteil des Alltags: im Bad, in der Küche oder im Geschirrschrank, oder als Baukeramik in Form von Backstein und Dachziegeln. Auch in der angewandten Kunst wurde das leicht formbare Material ein beliebter Werkstoff. Besonders in seiner feinsten Form, dem Porzellan. Unter den Händen von Kunsthandwerkern aus Nordwestmecklenburg wie Dörte Michaelis aus Vogelsang oder Christiane Gregorowius aus Dambeck entstehen große, zum Teil mannshohe Skulpturen. Andere, unter anderem Astrid Rohmer aus Kalsow oder Antje Rabe aus Börzow, haben sich auf Rakubrand spezialisiert.

Von sk

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