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Vorbild einer Generation von Schauspielerinnen

München Vorbild einer Generation von Schauspielerinnen

Ruth Leuwerik ist gestern mit 91 Jahren gestorben — Der Star der 1950er Jahre hatte sich schon lange aus dem Filmgeschäft zurückgezogen.

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Die deutsche Schauspielerin Ruth Leuwerik, aufgenommen im April 1957 in Stockholm.

Quelle: AP

München. Sie war einer der großen Stars des deutschen Kinos der 1950er Jahre. Gestern ist Ruth Leuwerik mit 91 Jahren in München gestorben. Geboren wurde sie als Ruth Leeuwerik am 23. April 1924 in Essen. Nach einer Ausbildung zur Schauspielerin tingelte sie durch deutsche Stadttheater — von Paderborn über Münster und Bremen nach Lübeck. Von 1949 bis 1953 wurden ihr große Rollen am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg überlassen. Dann entdeckte sie der deutsche Nachkriegsfilm, der mit Heimatschnulzen und Komödie die Kriegszeiten vergessen machen wollte.

Turbulent ging es zu in ihrem Debütfilm „Dreizehn unter einem Hut“ (1950), in dem sie neben Volker von Collande die Tochter eines reichen Fabrikanten spielt, die mit viel Hinterlist ihren geliebten Mann ergattert. Ruth Leuwerik war in dem Film für eine erkrankte Kollegin eingesprungen.

„Die Leuwerik“, wie sie später ehrerbietig genannt wurde, emanzipierte sich allerdings vom seichten Lichtspiel. Mit starken Frauenrollen wurde sie in den 1950er Jahren zum Vorbild einer ganzen Generation. In „Rosen im Herbst“ war sie als Fontanes Ehebrecherin Effi Briest zu sehen. In der Literaturverfilmung „Königliche Hoheit“ nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Mann spielte sie die lebenslustige Amerikanerin Imma Spoelmann, die mit dem konservativen Prinzen Klaus Heinrich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung beginnt. An ihrer Seite sah man den Schauspieler Dieter Borsche, mit dem Leuwerik in weiteren Filmen das Traumpaar jener Zeit bildete.

Großen Erfolg hatte Leuwerik mit dem Kinofilm „Die Trapp-Familie“, in der sie eine junge Nonne spielte, die sich um die Kinder eines verwitweten Barons kümmert. Natürlich wird sie dessen Gattin, als Baronin Maria Trapp zieht sie singend mit der zehnköpfigen Familie durch die USA.

In den 1960er Jahren zog sich die Schauspielerin mehr und mehr aus dem Filmgeschäft zurück. 1983 war sie noch einmal in der „Derrick“-Folge „Der Täter schickte Blumen“ zu sehen.

mib

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