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Vorzeigeprojekt oder Millionengrab?

Berlin Vorzeigeprojekt oder Millionengrab?

Streit um das Berliner Schloss — Jetzt werden deutliche Mehrkosten befürchtet.

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Kostenträchtige Baustelle in der Hauptstadt: das Berliner Schloss.

Berlin. . Mit seinen Bauprojekten hat sich Berlin bundesweit Hohn und Spott eingehandelt. Das Milliarden- Debakel um den Hauptstadtflughafen ist das bekannteste Beispiel, aber auch die Staatsoper und die Staatsbibliothek verschlingen Millionen mehr als geplant. Kein Wunder, dass bei Zweiflern am bisherigen Vorzeigeprojekt Berliner Schloss alle Alarmglocken läuten.

Auslöser ist der überraschende Rückzug des langjährigen Baumanagers Manfred Rettig. Das Rätselraten um seine Beweggründe bringt an den Tag, dass auf der größten Kulturbaustelle des Bundes im Herzen Berlins keineswegs alles so reibungslos lief wie erhofft. Dort soll bis 2019 unter dem Namen Humboldtforum ein Kultur- und Museumszentrum entstehen.

Baustaatssekretär Florian Pronold (SPD) bestätigte als Stiftungsrats- Chef Anfang der Woche, dass es 2015 durch eine mangelhafte Planung bei der Gebäudetechnik Mehrkosten von 6,2 Millionen Euro gab. Das Geld sei aber aus der Risikovorsorge finanziert worden, sagte er. „Wir sind mit dem Berliner Schloss voll im Zeit- und Kostenrahmen.“ Aus einem Sachstandsbericht des Ministeriums vom 16. Dezember an den Bundestag geht allerdings hervor, dass damit der Puffer für unerwartete Zusatzkosten bereits um mehr als ein Drittel auf 14,4 Millionen Euro geschrumpft ist. „Risiken aufgrund mangelhafter Ausführungsplanung der Gebäudetechnik sind auch zukünftig nicht auszuschließen“, heißt es in dem Bericht weiter. Zudem ist ausgewiesen, dass von den zugesagten 80 Millionen Euro Spenden für die historischen Fassaden bisher erst knapp 28 Millionen eingegangen sind — notfalls müsste auch hier der Steuerzahler einspringen. Zur Erinnerung: Schon 2011 hatte der Bundestag einen Nachschlag von 38 Millionen Euro für das Mammutprojekt bewilligen müssen — wegen gestiegener Preise im Baugewerbe. Als neue Kostenobergrenze legten die Abgeordneten 590

Millionen Euro fest.

LN

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