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Was zählt, steht unterm Strich

Hamburg Was zählt, steht unterm Strich

Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zielt mit seinem Programm 2016 aufs junge Publikum.

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Hamburg. Unterm Strich zählt, ob die Leute ins Museum gehen. Das Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) in Hamburg hat im vergangenen Jahr mehr als 241000 Besuche gezählt, das ist ein gutes Ergebnis für das Haus. Wesentlich bemerkenswerter an dieser Bilanz sei aber, sagt Silke Oldenburg, die Marketingchefin des MKG, „dass wir ein Drittel Erstbesucher und auch ein sehr junges Publikum hatten, und das haben wir vor allem den Ausstellungen ,Tattoo‘ und ,Fast Fashion‘ zu verdanken“.

Es sind Themen, die auf die junge Generation zielen und diese auch erreicht haben: Die Ausstellungen über die Körperkunst des Tätowierens und die Schattenseiten der Mode zogen zusammen 154000 Besucher an — bei einem Altersdurchschnitt von rund 35 Jahren.

Diesen erfolgreichen Kurs will das MKG auch mit seinem diesjährigen Programm beibehalten — und die Subkultur der 1980er Jahre in Deutschland lautstark aufleben lassen. Mit dem bewusst falsch geschriebenen Titel „Geniale Dilletanten“ knüpft die Ausstellung (22. Januar bis 30. April) an ein gleichnamiges Festival im Berliner Tempodrom 1981 an, das zum Synonym für diese Gegenkultur wurde.

Bands wie D.A.F. und Palais Schaumburg sind daraus hervorgegangen. Mit ihrer expressiven, wilden Ästhetik und der Gründung zahlreicher unabhängiger Plattenlabels, Magazine, Galerien, Clubs wirkt die Subkultur der 80er in Kunst und Kultur der Gegenwart nach — nicht zuletzt auch im unausrottbaren Sneaker. Ihm, der sich gemäß seiner englischen Bedeutung (to sneak: schleichen) „still und leise vom zweckgebundenen Sportschuh zu einem Accessoire des modernen Großstadtmenschen in die Mitte unserer Gesellschaft“ geschlichen habe, widmet das MKG ab Mitte Mai ebenso eine Ausstellung wie der Durchdringung der Mode durch Sportswear: „Sports/No Sports“ nimmt ab August in den Blick, wie die Ansprüche an Jugend und Fitness die Kleidung beeinflussen. Das Museum wird auch seinen 2014 gestarteten Modeblog „Stilbrise“ fortsetzen.

Mit „Hokusai x Manga“ macht das MKG ab Juni anhand von historischen japanischen Farbholzschnitten aus der eigenen Sammlung die künstlerischen Wurzeln der zeitgenössischen Comic-Kultur Japans sichtbar — die wiederum längst weltweit Stil und Ästhetik der Jugendkultur beeinflusst.

„Unterm Strich“ eröffnet das Ausstellungsjahr am 19. Januar mit Arbeiten von Christoph Niemann. Der in den USA und Deutschland tätige Illustrator gewinnt in seinen Cartoons (siehe Bilder in diesem Text) aus belanglosen Details überraschende Ansichten. Was zählt? Ansehen!

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Steintorplatz.

• Internet:

www.mkg-hamburg.de

Regine Ley

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