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Kultur im Norden Wenn Minderjährige von Mutterschaft träumen
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18:16 06.05.2016

Wenn eine minderjährige Schülerin schwanger ist, dann wird an der Schule getuschelt und gelästert. In Zeiten verfügbarer sicherer Verhütung und der Möglichkeit, eine ungewollte Schwangerschaft legal zu beenden, müssen junge Frauen nicht ungewollt ein Kind austragen. Was aber, wenn junge Frauen dieses nicht als Unglück, sondern als Chance sehen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen? Darum geht es in dem Stück „17 mal Leben“, das morgen — inszeniert von Vincenz Türpe — im Jungen Studio des Theaters Lübeck Premiere hat.

Die neun Mitglieder des Spielclubs 3 sind zwischen 15 und 20 Jahre alt. Dass eine Mit-Schülerin schwanger wird, haben etliche schon selbst erlebt. „Es wird immer davon ausgegangen, dass es ein Unfall war“, sagt Henriette Wieck (17).

In „17 mal Leben“ hat die Schwangerschaft einer Minderjährigen überraschende Folgen. Als die 17-jährige Rula ihren Freundinnen erzählt, dass sie ein Kind erwartet, entwickeln die Mädchen die Idee, allesamt schwanger zu werden. Sie wollen ihre Kinder gemeinsam aufziehen und es besser machen als ihre Eltern.

Das Stück basiert auf einer wahren Begebenheit im US-amerikanischen Gloucester (Bundesstaat Massachusetts). Die französischen Regisseurinnen Delphine Coulin und Muriel Coulin griffen das Thema auf, 2011 erschien ihr Spielfilm „17 Mädchen“. Katharina Bigus hat am Landestheater Linz mit Jugendlichen das Stück entwickelt, das nun erstmals in Deutschland zu sehen ist.

Der Spielclub 3 hat sich auf das Thema gründlich vorbereitet, den Spielfilm gesehen und mit einer Hebamme gesprochen. Die Idee, durch Mutterschaft Selbständigkeit und Unabhängigkeit zu erlangen, mag den Jugendlichen fremd sein. Durch die Arbeit am Stück aber haben sie Denkanstöße bekommen. Ronja Metz (17): „Man kriegt eine komplett andere Sichtweise.“

Premiere morgen, 18.30 Uhr, Junges Studio des Theaters Lübeck

Von liz

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