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Wenn bei Beethoven die Funken sprühen

Lübeck Wenn bei Beethoven die Funken sprühen

Studenten der Lübecker Musikhochschule interpretierten frisch und überzeugend alle Beethoven-Klaviertrios.

Lübeck. Neben hörenswerten Klassenvorspielen, Prüfungskonzerten oder Dozenten-Abenden bietet die Musikhochschule von Zeit zu Zeit besondere Projekte. Am vergangenen Wochenende hieß das Motto „Beethovens Klaviertrios“. An zwei Abenden erklangen acht Werke dieser Gattung. 24 Studierende waren an der Wiedergabe beteiligt.

Das erste Dutzend konnte sich am Sonnabend des ungeteilten Publikumsinteresses sicher sein. Die drei Trios der Gruppe opus 1 wurden dabei ergänzt durch das Trio opus 11, bei dem Beethoven statt der Violine die Klarinette einsetzte.

Bei Abenden wie diesem ist es immer eine Freude, das Können und das von jeder Routine freie Spiel der jungen Künstlerinnen und Künstler zu erleben. Das Es-Dur-Trio op. 1 Nr. 1 eröffnete den Reigen.

Drei junge Instrumentalistinnen – Yoko Kuwahara (Klavier), Yurina Otsuka (Geige) und Lia Chen Perlov (Cello) – phrasierten mit Geschmack, ließen die Themen von Instrument zu Instrument wandern.

Besonders schön der volle, sonore Ton des Cellos.

Das G-Dur-Trio (op. 1 Nr. 2) folgte, gespielt von Stefanie Plankl, Nora Key und Belén Sánchez Pérez. In fast gelassener Ruhe eingeleitet, wurde die Spannung bis zum stürmischen Schluss schön durchgehalten. Manchmal hätte man bei den Trios vor der Pause den Musizierenden zurufen mögen: Packt beherzter zu; ihr könnt es doch!

Es war wie ein junger Wein, beim ersten Schluck noch nicht ganz ausgereift, aber dann doch stark im Abgang, wofür Meister Ludwig van Beethoven durch energische Fortetakte im jeweiligen Finale gutes Material geliefert hat.

Im sogenannten „Gassenhauer-Trio“ opus 11, das so heißt, weil Beethoven im dritten Satz eine zu seiner Zeit beliebte Opernmelodie variierte, kam durch die Klarinette von Romana Katzenberger eine interessante Farbe und dadurch Abwechslung ins Spiel. Mit Yang Wu am Klavier und Korbinian Bubenzer am Cello wurden überzeugend die Strukturen aufgezeigt. Die Musiker hielten Spannung und Dichte auch im Adagio durch.

Das c-Moll-Werk op. 1 Nr. 3, ausgeführt von Gunnar Mextorf, Alexandra Suhr und Noella Balaguer, bildete einen stürmischen, großartigen Abschluss, mit einem funkensprühenden Variationssatz. Starker Beifall dankte den Ausführenden. Auch ihre Lehrer – die meisten saßen im Publikum – dürften zufrieden gewesen sein. Konrad Dittrich

LN

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