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Wenn der blonde Dirk den blonden Hans gibt

Lübeck Wenn der blonde Dirk den blonden Hans gibt

Vor zehn Jahren brachte der Schauspieler Dirk Witthuhn seinen Abend über Hans Albers auf die Bühne der Kammerspiele. Jetzt ist der mittlerweile in Köln lebende Mime mit einer neuen Fassung des Stücks über Hans Albers’ Leben und Lieder zurückgekommen.

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Dirk Witthuhn hat mit Hans Albers eine Traumrolle gefunden.

Lübeck. Es war eine sehr gelungene Version von Dirk Witthuhns alter Arbeit über den blonden Hans, den ewigen Seemann von St. Pauli, der in Wirklichkeit aus St. Georg kam und niemals zur See gefahren ist. Und der auch nicht wirklich singen konnte, aber trotzdem einen Hit nach dem anderen landete. Und diese Hits machten den Reiz des Abends aus.

Dirk Witthuhn bestritt seinen Albers-Abend mit dem Allround-Musiker Wolfgang Völkl, der am Klavier und am Kontrabass mit für Stimmung sorgte. Und Stimmung kam schon bei Witthuhns Auftrittslied auf:

„Hoppla, jetzt komm’ ich“ aus dem Film „Der Sieger“ von 1932. Da stand er nun wieder auf „seiner“ alten Bühne, der blonde Dirk in der Rolle des blonden Hans. Sie ist ihm auf den Leib geschrieben, mit seiner mittlerweile auch schon leicht schütter werdenden blonden Haarpracht und seiner stattlichen Statur ist Dirk Witthuhn immer wieder ein überzeugender Hans Albers.

Ein Gassenhauer nach dem anderen, vom berühmten „Goodbye, Johnny“ mit Begleitung von Kontrabass und Ukulele, bis hin zum weniger bekannten „In Arizona und Arkansas, wo vor Jah’rn der rote Mann saß“

spannte sich der Bogen, von Tonfilmschlagern bis zu Songs in bester Dada-Manier.

Was Dirk Witthuhn aus dem Leben von Hans Albers erzählte, war nicht immer so lustig wie seine Lieder. Albers’ Trunksucht war ein Thema, Probleme mit seiner dem Morphium verfallenen jüdischen Lebensgefährtin Hansi Burg, der Hans Albers die Emigration nach England ermöglichte und die nach dem Krieg wieder zu ihm zurückkehrte: Der blonde Hans hatte es auch nicht leicht, obwohl er einer der beliebtesten und bestbezahlten Filmschauspieler in der Zeit des NS-Regimes war.

Nach dem Krieg wurde es stiller um den ewigen Seemann. Sein Alkoholismus machte es ihm immer schwerer, Texte zu lernen. In manchen Filmen wie „Der tolle Bomberg“ sieht man eher ein Wrack auf der Leinwand als einen strahlenden Helden. Dirk Witthuhn stellte auch den späten Albers überzeugend dar – das Publikum war begeistert. Fel

LN

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