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Kultur im Norden Wenn die Eifersucht die Oberhand gewinnt
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20:46 30.05.2018
Lübeck

„Ich kenne kaum eine andere Oper, bei der sich Libretto und Musik so kongenial ergänzen“, sagt Krieger. „Die Psychologie der Personen ist perfekt dargestellt, darauf legen wir auch den Fokus.“ Arrigo Boito schrieb das Libretto nach Shakespeares gleichnamigem Drama, Verdi, der eigentlich keine Oper mehr schreiben wollte, war von Boitos Text so angetan, dass er doch wieder komponierte.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der venezianische Feldherr Otello, ein Maure, der sich als Soldat bis in seine hohe Stellung empor gekämpft hat. Das einzige Schöne und Gute in seinem Leben ist seine junge Ehefrau Desdemona. Der Ränkeschmied Jago, der sich bei einer Beförderung übergangen fühlt, spinnt eine Intrige gegen Otello. Er überzeugt den Feldherrn von der Untreue seiner Frau, in rasender Eifersucht erwürgt er sie und nimmt sich selbst das Leben.

„Es sind die Abgründe in den Charakteren, die mich interessieren. Jago ist ein abgrundtief böser Mensch, aber eigentlich doch nur ein armer Wicht. Desdemona versteht überhaupt nicht, in was für einer Lage sie sich befindet. Und Otello ist ein Sklave seiner Eifersucht.“ Ein alternder Feldherr, der vor seiner Entlassung steht und damit alles verlieren würde, was er sich erarbeitet hat in vielen Schlachten. Was ihm bevorsteht, ist ein Zurück in eine Welt, in der er wieder ausgegrenzt wird, weil er ein Farbiger ist. „Otello ist Opfer und Täter“, sagt Krieger. „Er ist gefangen in seiner soldatischen Welt. Deshalb zeigen wir auf der Bühne auch einen großen Bunker, vor und in dem sich das Geschehen abspielt. Bedrückend und bedrohlich soll das wirken.“

Dirigent Andreas Wolf ist begeistert von Verdis Musik: „Sie hat unendlich viele Nuancen, ,Otello‘ ist eigentlich die Vollendung der italienischen Nummernoper, und sie weist formal auch darüber hinaus. Ein Meisterwerk.“

Aber auch ein Werk, das ein großes Orchester erfordert. „Bühnenmusik, Musiker hinter der Bühne, Mandoline und Gitarre – das war durchaus ein organisatorisches Problem. Aber wir haben es gemeistert.“

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