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Wenn die große Schwester unter die Haube soll

Lübeck Wenn die große Schwester unter die Haube soll

„Wir Türken in Deutschland haben immer ein anatolisches Dorf dabei“, erklärt Hatice den Filmzuschauern. Sogleich tauchen fünf Bewohner ihres anatolischen Dorfes auf.

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Lübeck. „Wir Türken in Deutschland haben immer ein anatolisches Dorf dabei“, erklärt Hatice den Filmzuschauern. Sogleich tauchen fünf Bewohner ihres anatolischen Dorfes auf. Die Mini-Menschen stehen in ihrer Wohnung und reden ihr ins Gewissen: „Der Rock ist viel zu kurz.“ Hatice ist Türkin mit deutschem Pass und die Hauptfigur in dem Film „Einmal Hans mit scharfer Soße“ nach dem Bestseller von Hatice Akyün.

Es ist eine Komödie über eine Frau zwischen zwei Kulturen. Hatice ist 34 Jahre alt, lebt in Hamburg und schreibt für ein Szene-Magazin. Ihren Lebensstil dürfen ihre Eltern nicht so genau kennen. Und so steigt sie unterwegs kurz aus dem Auto aus, wenn sie zu ihrer Familie nach Salzgitter fährt, um den Minirock gegen einen unförmigen langen Rock auszuwechseln. Andere Dinge sind nicht so leicht lösbar: Hatice muss ihren Eltern einen angehenden Schwiegersohn präsentieren, denn ihre jüngere Schwester Fatma darf erst heiraten, wenn Hatice unter der Haube ist. Die Zeit drängt, denn Fatma ist schwanger.

„Einmal Hans mit scharfer Soße“ spielt sehr gewandt und amüsant mit Klischees über Türken und Deutsche. Die Deutschen, die vor allem als Hatices potentielle Ehemänner auftauchen, kommen nicht unbedingt gut weg. Doch auch gegen türkische Männer, die sich angeblich andauernd im Schritt kratzen, wird ausgeteilt. Idel Üner, 1971 als Tochter türkischer Einwanderer in Berlin geboren, spielt die Hauptrolle in der warmherzigen Komödie. Sie hat unter anderem in Fatih Akins Film „Im Juli“

(2000), in mehreren „Tatort“-Folgen und in der Serie „Mordkommission Istanbul“ mitgewirkt. In „Einmal Hans mit scharfer Soße“ möchte sie das Beste aus beiden Kulturen — und am liebsten einen deutschen Mann mit der Liebenswürdigkeit und Leidenschaft türkischer Männer. Und mit der sinnlichen Freude am Leben, die ihrer Familie eigen ist: Es wird viel gekocht, viel gegessen, Gäste werden üppig und herzlich bewirtet. Da würde man gern mit am Tisch sitzen.

Heute, 13.45 Uhr, Cinestar, Kino 7  

liz

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