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Kultur im Norden „Wer sprechen kann, kann auch singen“
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18:19 08.01.2018
Markus Stockhausen will tiefere Bewusstseinsebenen mit seiner Musik erreichen. Quelle: Foto: Jürgen Bindrim
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Markus Stockhausen, geboren 1957 in Köln, ist Trompeter und Komponist. Der Sohn des Komponisten Karlheinz Stockhausen gibt an diesem Wochenende in Lübeck Konzerte und ein Seminar.

„Singen und Stille“ ist der Titel Ihres Seminars in Lübeck. Kann jeder Mensch singen?

Natürlich. Wer sprechen kann, der kann auch singen.

Als was würden Sie sich selbst bezeichnen – als Musiker oder als spirituellen Lehrer?

Meine Ausgangsposition ist die des Musikers. Ich bin Trompeter und Komponist und spiele in verschiedenen Formationen. Ungefähr ein Drittel meiner Zeit widme ich den Seminaren, die ich gebe.

Was kann man in Ihrem Seminar zu Singen und Stille lernen?

Klang und speziell der Klang der eigenen Stimme kann dazu beitragen, tiefere Bewusstseinsstufen zu erreichen. Dazu bedarf es aber bestimmter Techniken.

Welcher?

Man kan den Zustand des Empfangens von Intuitionen nur durch Konzentration und festen Willen erreichen. Diese Bereitschaft zur Intuition muss man üben, dafür gibt es Techniken. Atemübungen helfen zum Beispiel dabei.

Das klingt nach Yoga.

Es gibt durchaus Bezüge zum Yoga und anderen Meditationstechniken.

Stille gibt es in dieser Welt kaum noch, man ist nahezu überall von Klängen, Krach und banaler Musik umgeben.

Man kann Stille in sich schaffen und so den äußeren Lärm überwinden. Durch Konzentration kann man äußere Einflüsse ausblenden. Man befindet sich dann, um es an einem Beispiel zu verdeutlichen, im Auge des Sturms. Dort herrscht Ruhe, während um einen herum die Winde toben.

Gibt es solche Techniken auch für das Abschalten der Gedankenflut?

Die gibt es, auch hierbei helfen Yogatechniken, die man üben kann.

Sie haben in jüngeren Jahren viel Musik Ihres Vaters gespielt, dann kam es zum Zerwürfnis.

Dafür gab es viele Gründe. Ich habe nie ausschließlich seine Musik gespielt, sondern habe immer auch Jazz gespielt, im Duo, im Quartett oder sogar in Big-Bands. Das war immer meine zweite Linie.

Zur wirklichen Versöhnung mit meinem Vater ist es leider durch seinen plötzlichen Tod nicht mehr gekommen.

Der Begriff „intuitive Musik“ ist durch Ihren Vater in die Welt gekommen, Sie unterrichten mittlerweile intuitive Musik. Was ist das?

Für Intuition, die die Grundlage dieser Musik ist, muss man einen klaren, ungestörten Blick haben. Nur der leere Geist kann erfassen, wie ein Ort klingt, an dem man spielt, mit den Menschen darin und den anderen Musikern. Die Intuitionen, die man dann empfangen kann, mit anderen Musikern auszutauschen, zu teilen und in Klänge umzusetzen, ist eine wunderbare Erfahrung.

Das erinnert an musikalische Improvisation.

Improvisation ist etwas völlig anderes. Dabei beschäftigt man sich mit vorgegebenem Material, zum Beispiel mit melodischen oder harmonischen Strukturen; oder man hat den Ablauf abgesprochen.

Intuitive Musik funktioniert auf einem ganz anderen Level.

Ihr Vater beschäftigte sich ernsthaft mit Rockmusik, er schätzte zum Beispiel Janis Joplin sehr. Haben Sie ein Verhältnis zu dieser Art von Musik?

Die Beatles finde ich genial. Aber auch andere Musiker wie etwa Prince, der eine ganze Epoche geprägt hat.

Interview: Jürgen Feldhoff

Seminare in Lübeck

Freitag,12. Januar: Klangmeditation zum Mittönen, Klavier und Flügelhorn, 19.30 bis 21.30 Uhr, 20/15 Euro.

Sonnabend, 13. Januar: Tagesseminar von 10.30-17 Uhr „Singen und Stille – wenn die Seele singt“ mit Markus Stockhausen. 80/60 Euro, Anmeldung: musicorga-luebeck@gmx. de, Tel. 04561-6120320.

Beide Veranstaltungen in der Christengemeinschaft, Roonstr. 24,

Sonnabend, 13. Januar: 20 Uhr Konzert mit Markus Stockhausen, Flügelhorn, Trompete, Holger Mantey, Klavier, Berndt Petroschka, Tabla, Perkussion. Eintritt: 15/12 Euro in St.-Martin, Kastanienallee 15c.

LN

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