Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Wie Martin Luther die Welt verändert hat

Wie Martin Luther die Welt verändert hat

Im kommenden Jahr wird der 500. Jahrestag der Reformation begangen: Am 31. Oktober 1517 sandte Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an den Erzbischof von Mainz. Auf der Frankfurter Buchmesse werden schon jetzt literarische Neuerscheinungen und auch eine neue Lutherbibel zum Jubiläum vorgestellt.

Nachdruck der Luther-Bibel

LN-Bild

Im kommenden Jahr wird der 500. Jahrestag der Reformation begangen: Am 31. Oktober 1517 sandte Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an den Erzbischof von Mainz. Auf der Frankfurter Buchmesse werden schon jetzt literarische Neuerscheinungen und auch eine neue Lutherbibel zum Jubiläum vorgestellt.

Zur Bildergalerie

Comic erzählt Luthers Leben

Ein Comicband erzählt vom Leben des Reformators. Der Historiker Thomas Dahms und der Zeichner Tobias Wagner fassten die Geschichte auf 40 Seiten zusammen. „Zu Tisch bei Luthers in Wittenberg“ ist im Ostfalia-Verlag aus Osterwieck im Harz erschienen (14,90 Euro).

und eine neue Fassung

Als sich Luther 1521 zunächst an die Übersetzung des Neuen und dann des Alten Testaments machte, gab es schon einige Vorläufer. Doch Luther schaffte etwas Neues. Er ging zurück zu den Quellen Hebräisch und Griechisch. Heraus kam eine stil- und sprachprägende Übersetzung mit vielen Sprachbildern, Metaphern, Redewendungen und Sprichwörtern. Die Luther-Bibel von 1534 aus der Weimarer Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek wurde vor gut einem Jahr neben anderen Schriften des Reformators von der Unesco zum Weltdokumentenerbe erklärt. Der Taschen- Verlag hat sie in zwei Bänden nachgedruckt und 130 Holzschnitte und Bildinitiale aus der Werkstatt von Lucas Cranach eingefügt (1920 Seiten, 39,99 Euro).

Zum Start der Buchmesse beginnt zudem der Verkauf der neu überarbeiteten Lutherbibel. 70 Experten haben die Übersetzung aus dem Jahr 1984 überarbeitet.

Fast 12000 der 31000 Verse wurden geändert. Die Erstauflage der Revision liegt bei rund 250000 Exemplaren. Die neue Fassung soll zu Luthers Sprache zurückkehren. (Deutsche Bibelgesellschaft, 1536 Seiten, 39 Euro)

Ein Kenner der Materie legt

seine Sicht auf die Reformation vor

In „Erlöste und Verdammte“ (Verlag C.H. Beck, 508 Seiten, 26,95 Euro) erzählt der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann von der Universität Göttingen die Geschichte der Reformation „auf dem neuesten Forschungsstand“. Kaufmann, der auch Vorsitzender des Vereins der Reformationsgeschichte ist, zeigt, wie ganz Europa durch das Beben der Reformation umgestaltet wurde und welche Nachbeben die Reformation bis heute auslöst.

Im Suhrkamp-Verlag erschien jetzt auch die überarbeitete Neuauflage „Geschichte der Reformation in Deutschland“ vom selben Autor. Das zuerst 2009 im Verlag der Weltreligionen veröffentlichte Buch wurde nach Suhrkamp-Angaben für die Neuausgabe aktualisiert und um einen Epilog erweitert, der unter anderem auf die Geschichte der Reformationsjubiläen zurück- und auf das Lutherjahr 2017 vorausblickt. (1038 Seiten, 28 Euro)

Philipp Melanchthon – Biografie

eines „Vermittlers der Reformation“

Dem wohl wichtigsten Lebensgefährten Martin Luthers widmet sich der Historiker Heinz Scheible. „Melanchthon – Vermittler der Reformation“ ist der Titel der Biografie des langjährigen Leiters der Melanchthon-Forschungsstelle. Er hat sein Buch über den großen Humanisten für diese Neuausgabe umfassend überarbeitet und erweitert (Verlag C.H. Beck, 445 Seiten, 28 Euro). Scheibles These: Der leise und stotternd sprechende kleine Griechisch-Professor war der eigentliche Kommunikator der Reformation. Der Autor zeichnet auf der Grundlage seiner Quellenkenntnis Melanchthons Leben nach, erkläre seine Bedeutung als Bildungsreformer, Philosoph, Theologe und politischer Unterhändler und gehe dem wechselvollen Verhältnis zu Luther nach.

Käßmann und Bedford-Strohm

im Streitgespräch

„Was uns der Glaube heute zu sagen hat“ ist der Untertitel des im Aufbau-Verlag erschienenen Buches „Die Welt verändern“ (293 Seiten, 22 Euro). Die Botschafterin des Reformationsjubiläums 2017, die ehemalige Bischöfin Margot Käßmann, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, beschäftigen sich aus Anlass des 500. Reformationsjubiläums in Streitgesprächen mit der Bedeutung des Glaubens und der Institution Kirche in der Gegenwart. Im Vorwort schreiben die Autoren optimistisch: „Wir können dafür sorgen, dass Gerechtigkeit und Frieden einkehren.“ Gesprächspartner sind unter anderen die Journalisten Jakob Augstein und Dunja Hayali sowie der Politiker Gregor Gysi und der Rabbiner Walter Homolka.

Ein subtiler Einblick ins Private:

Luthers Tischreden

Klein und fein – in der Insel-Bücherei sind jetzt „Tischreden“ von Martin Luther erschienen (139 Seiten, 14 Euro). Der Schriftsteller Christian Lehnert wählte aus den Mitschriften von Zeitgenossen des Reformators zahlreiche Reden aus, die Themen wie Gotteserfahrung und Teufelsbegegnungen, die Konflikte mit Papst, Schwärmern und Bauern aufgriffen. Lehnert hat die Reden durch Anmerkungen und ein Nachwort erschlossen. Michael Triegel, einer der bekanntesten religiösen Künstler in Deutschland, schuf eigens für das Bändchen zwölf Bilder.

Willi Winklers „deutscher Rebell“

Für ihn ist Martin Luther eine „einzigartige Figur der europäischen Geschichte“. Der Publizist Willi Winkler hat die Biografie „Luther“ (Rowohlt, 640 Seiten, 29,95 Euro) vorgelegt, Untertitel: „Ein deutscher Rebell.“ Ihm geht es darum, „den ganzen Luther in den Blick zu nehmen, ihn als den Mann zu zeigen, der seine Welt vom Kopf auf die Füße gestellt hat“. Auch den Judenhass des Reformators verschweigt er nicht. Die Biografie ist in 20 Kapitel gegliedert, das achte heißt: „Der Thesenanschlag – Luther geht an die Öffentlichkeit.“ dass Luther seine Thesen an die Kirchentür angenagelt hat, wurde allerdings als Legende entlarvt. Den Auftritt Luthers auf dem Wormser Reichstag beschreibt Winkler als „Weltaugenblick der Rebellion“.

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden