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Kultur im Norden Wie WeihnachtsBräuche entstehen
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18:28 23.12.2017
Von Maximilian Buddenbohm journal.redaktion@LN-Luebeck.de

Ich habe die Söhne gefragt, was sie Weihnachten essen wollen. Der kleinere Sohn war höchst erfreut über die Frage, endlich kann es hier einmal so laufen, wie er es möchte. „Weißwurst!“, sagte er daher aus voller Überzeugung. Denn er liebt Weißwurst über alles. Auch wenn er Norddeutscher ist, auch wenn man in Bayern Weißwurst nur bis zum Mittagsläuten isst und niemals am Abend, ganz sicher nicht am Heiligabend. Ich bin kein radikaler Verfechter traditioneller Festbräuche, aber ich finde Weißwürste zu Weihnachten doch etwas abwegig. Es ist seltsam, vom Gewohnten so abzuweichen.

Es war also spannend, was der große Bruder sagen würde. Noch eine schräge Idee, Fischstäbchen oder dergleichen? Ich rechnete bereits mit dem Schlimmsten und ahnte, dass Weihnachten kompliziert werden könnte. Aber er wollte Rinderrouladen. Die können gut als Festessen durchgehen, kein Problem! Und der Kleine kriegt dann eben seine Weißwürste, warum nicht, die machen sich fast von selbst, gar kein Aufwand. Ich habe ihn immerhin gefragt. Er ist aber auch ein betont eigensinniges Kind und wird, ich könnte es wetten, im nächsten Jahr vehement auf der Wiederholung dieses Essens bestehen. Im übernächsten Jahr wird es dann schon fast selbstverständlich sein und etwa ab 2020 werden wir uns Weihnachten ohne seine Weißwürste nicht mehr vorstellen können. Auch Traditionen fangen irgendwo an, sind noch brandneu – und dann geht es ganz schnell.

Vermutlich werde ich diese Kolumne irgendwann den späteren Kindern des kleinen Sohnes vorlesen, wenn sie fragen, warum es in dieser Familie Weihnachten ausgerechnet Weißwürste gibt. Immer schon, seit sie denken können. So kommt so etwas. Ich wünsche Ihnen ein schönes Fest, mit welchem Essen auch immer. Haben Sie es schön!

LN

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