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Kultur im Norden Wie aus Hansel Hedwig wurde
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18:14 07.11.2016

Am Donnerstag hat das Udo-Lindenberg-Musical „Hinterm Horizont“ mit viel Trara im Hamburger Operettenhaus Premiere, doch schon heute wird nebenan im Schmidts Tivoli ein viel schrägerer Stoff als Singspiel dargeboten: „Hedwig and the Angry Inch“ von John Cameron Mitchell.

Sven Ratzke als Hedwig Smith. Quelle: Dennis Veldman

Hedwig heißt eigentlich Hansel Schmidt und ist zunächst ein Teenager im Ostberlin der 1980er Jahre. Dass ihr Filius etwas anders ist als die anderen, spürt selbst die lieblose Mutter, über die Hansel-Hedwig sagt: „Wenn sie mich mal ansah, war es Zufall.“ Als ein amerikanischer GI sich in den hübschen Teenager verliebt, sieht Hansel die Chance, durch eine Heirat „von der falschen Seite der Mauer“ in den Westen zu gelangen. Durch Geschlechtsumwandlung wird aus Hansel Hedwig: „Wer in die Freiheit will, muss einen Teil zurücklassen.“ Doch bei der Operation geht alles schief. Das Messer des betrunkenen Chirurgen ist stumpf, und so bleibt jener „angry inch“ übrig, der dem Musical seinen Namen verleiht.

„John Cameron Mitchell meint, ich sei die beste Hedwig, die er je gesehen hat“, sagt Hauptdarsteller Sven Ratzke, den mit dem US-Autor eine persönliche Freundschaft verbindet. Er hat das Musical bereits im Berliner Admiralspalast gespielt und wird Hedwig nun – mit reichlich Hamburgbezügen gewürzt – auch an der Reeperbahn darstellen.

Hedwig gibt an der Seite ihrer vierköpfigen Band ein Konzert, in dessen Rahmen sie über die zahllosen Enttäuschungen, aber auch die Höhepunkte ihres Lebens sinniert. In einem US-Trailerpark gestrandet, verfällt sie dem Jesusfreak Tommy Speck. Als Tommy Gnosis gibt der undankbare Selbstdarsteller in einen gefeierten Rockshows Hedwigs Vita als die seine aus und missbraucht das Vertrauen der Rock’n’Roll- Dragqueen erneut.

Bereits 1998 war das Musical in einer New Yorker Dragbar uraufgeführt worden. Die Musik, eine zündende Mischung aus Glamrock, Pop und Punk, stammt von Stephen Trask.

„Hedwig and the Angry Inch“, von heute bis Sonnabend in Schmidts Tivoli, Hamburg, Spielbudenplatz 27-28, Kartten-Telefon: (040) 317 788 99

Alexander Bösch

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