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Kultur im Norden Wien, die Wachau, Walzer und Wein
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23:18 06.07.2013
Von Liliane Jolitz
Liebeswerben im Walzertakt: Alessandro Macrí und Sonja Pitsker in der Revue „Geschichten aus dem Wienerwald“. Quelle: Foto: Olaf Malzahn
Lübeck

Die Lübecker Sommeroperette, die seit 19 Jahren eine Nische besetzt, präsentiert in dieser Saison „Geschichten aus dem Wienerwald“. Die Revue nach dem Theaterstück von Ödön von Horváth (1901-1938) hatte am Freitagabend im Johanneum Premiere.

Regisseur Michael P. Schulz und Choreographin Susanne Janßen sprechen von einer „schwungvollen Revue“. Es ist die Frage, ob der Begriff „rauschhaft“ es nicht noch besser träfe. Zwar ist das Bühnenbild schlicht, eine grüne Flusslandschaft, die sich durch Vor- oder Wegziehen des roten Vorhangs in einer Wiener Gasse, den Wienerwald oder die Wachau verwandeln lässt. Der Rest ist Opulenz.

Fast drei Stunden lang wird ein musikalisches Feuerwerk abgebrannt, das Gesangssolisten, Ballett-Ensemble, Salon-Orchester und Chor der Lübecker Sommeroperette sowie Kinder der „Kleinen Tanzwerkstatt“ funkeln und krachen lassen. Die gängigen Wiener Wunschkonzert-Melodien wie „Radetzkymarsch“, „Mein Muaterl war a Wienerin“ oder „Jetzt trink ma noch a Flascherl Wein“ sind zu hören. Außer Walzer werden Polka und sogar CanCan getanzt. Ein Rausch auch an Farben mit einem schnellen Wechsel von Kostümen.

Unter den Gesangssolisten ragt die Berliner Sopranistin Sonja Pitsker heraus, die mehrfach Szenenapplaus bekommt. Ebenso Tenor Felix Müller mit seiner stimmlichen und körperlichen Wucht. Müller, mit kahlgeschorenem Kopf und Ohrringen, sorgt mit seinem Outfit zudem dafür, dass Dirndl- und Lederhosenbiederkeit nicht überdosiert sind. Eine schöne Abwechslung bietet auch das Ballett-Ensemble mit einer modernen Choreographie zu „An der schönen Blauen Donau“. Davon hätte es gern mehr geben dürfen. Denn wie heißt es im Programmheft: Vor allem der Walzer wirke „wie ein Mittel der Vernebelung, wie ein schwindelhaftes Versprechen auf Glück. “

Das Publikum bedankte sich mit heftigem Applaus dafür, so gut und ausführlich unterhalten worden zu sein.

Die nächsten Vorstellungen: Heute, 15 Uhr; Donnerstag, 18 Uhr.

liz

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