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Williams’ Debütroman auf Deutsch

Williams’ Debütroman auf Deutsch

Berlin. Seit dem Erfolg seines Romans „Stoner“ werden in Deutschland die Werke von John Williams wiederentdeckt. Sein Debütroman schließt nun die nächste Lücke. „Nichts als die Nacht“ fasziniert, 70 Jahre nach der Erstveröffentlichung, in seiner Düsternis auch in deutscher Übersetzung.

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Für Autor John Williams kam der Ruhm erst posthum.

Quelle: Foto: Dap

„Nothing but the Night“, wie das Werk im Original heißt, ist nach seinem Erscheinen 1948 ein Misserfolg. Wie alle anderen Bücher des späteren Literaturprofessors gerät auch dieses zunächst in Vergessenheit. Zu Unrecht – Williams’ Novelle ist ein Rohdiamant.

Der US-Autor macht es seiner Hauptfigur Arthur Maxley nicht leicht: ein bisschen Boheme, ein bisschen Schmuddel, ein Leben von Tag zu Tag, von Nacht zu Nacht. Doch dann trifft ein Brief seines Vaters ein, den Arthur seit drei Jahren nicht mehr gesehen hat. „Warum musste er all das wieder heraufholen“, fragt sich der Sohn. „Es ist so lange her, seit ich mich erinnert habe.“ Er wolle ihn treffen, mit ihm reden, schreibt der alte Maxley. Als sie im Restaurant beieinander sitzen, und der Vater die Rastlosigkeit seines Sohnes beklagt, breitet sich eine gewisse Wärme zwischen den beiden aus. Der Besuch löst in Arthur lange in die Ecke geschobene Gefühle aus. Das Nicht-vergessen-können treibt den jungen Mann fortan vor sich her.

Die Literatur von John Williams entspringt einem Trauma. Im Zweiten Weltkrieg in Südostasien als Aufklärungsflieger eingesetzt, kam der damals gerade einmal Anfang 20-Jährige anders als einige seiner Kameraden bei einem Einsatz gerade so mit dem Leben davon. Der Tod hat den jungen Mann aus Texas zum Schreiben gebracht.

LN

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