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Wim Wenders feiert Premiere in Venedig

Venedig Wim Wenders feiert Premiere in Venedig

„Die schönen Tage von Aranjuez“ ist einziger deutscher Beitrag beim Festival – Regisseur preist Freundschaft zu Autor Peter Handke.

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Der neue Wenders-Film basiert auf einem Theaterstück von Peter Handke; dessen Frau Sophie Semin (l.) spielt die Hauptrolle.

Quelle: dpa

Venedig. Gleich einer seiner ersten Filme wurde zum großen Erfolg: 1972 verfilmte der junge Wim Wenders, heute 71, „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“, einen Roman seines Freundes Peter Handke. Der Film lief später bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig und gewann prompt den Preis der Filmkritik, ein Senkrechtstart.

Seitdem nun hat Wenders Dutzende Werke produziert („Der Himmel über Berlin“, „Buena Vista Social Club“), vielfach ist er ausgezeichnet worden, sowohl national als international, darunter drei Europäische Filmpreise. Und dass er drei Mal für einen Oscar nominiert worden ist, allein das schon ein überragender Erfolg, auch wenn er nicht gewonnen hat.

Nachdem es nun ein paar Jahre ruhig geworden war um den Regisseur, macht Wenders sich jetzt erneut auf den Weg Richtung Erfolg. Als einzig deutscher Regisseur stellte er gestern sein neues Werk im Wettbewerb des Filmfestivals Venedig vor. „Die schönen Tage von Aranjuez“ heißt der Film – und wieder ist es eine Zusammenspiel Wenders/Handke. Der Film basiert auf einem Theaterstück des österreichischen Autors, zugleich spielt dessen Ehefrau, Sophie Semin, die weibliche Hauptrolle. Kein Wunder also, dass Wenders die Dreharbeiten als ausgesprochen „familär“ bezeichnet, auch wenn, wie er versichert, Handke sich aus den ganzen Vorbereitungen des Films herausgehalten hat.

Das Vertrauen wird Wenders nicht enttäuscht haben, Handke und er kennen sich seit Jahrzehnten, und auf die Frage, wie verbunden er sich dem Schriftsteller fühlt, sagte Wenders jüngst: „Peters Anschubhilfe war sicherlich ausschlaggebend. Wer weiß, vielleicht wäre ich Filmkritiker geblieben oder doch Maler geworden. Ohne seine Hilfe hätte ich meinen ersten Spielfilm sicher nicht machen können.“

Ob „Die schönen Tage von Aranjuez“ ebenfalls von Erfolg gekrönt sein werden, wird sich zeigen, die Kritiken jedenfalls sind vielversprechend. Der Film ist einer von 20 Beiträgen, die im Wettbewerb um den Goldenen Löwen konkurrieren.

Erzählt wird in dem neuesten Wenders-Film im Stil eines Kammerspiels von einem Mann und einer Frau, die sich über ihre unterschiedlichen Wahrnehmungen und Vorstellungen vom Leben unterhalten; nach „Every Thing Will Be Fine“ (2015) drehte Wenders erneut im Format 3D – und erstmals auf Französisch. Der Film kommt im November in die deutschen Kinos. Die Preise der Filmfestspielen von Venedig werden indes am 10. September von einer internationalen Jury um Präsident Sam Mendes vergeben.

LN

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