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„Wir lassen die Puppen tanzen“, sagt Stephan Schlafke

Lübeck „Wir lassen die Puppen tanzen“, sagt Stephan Schlafke

Im März waren wir im Saarland, jetzt im April sind Silke Technau und ich mit dem mobilen Kobalt-Figurentheater Lübeck in Saarbrücken und im bayerischen Ansbach ...

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Stephan Schlafke (53), künstlerischer Leiter des Figurentheaters Lübeck, ist mit seiner Frau Silke Technau vor zehn Jahren nach Lübeck gezogen. Mit ihrem Kobalt Figurentheater bestreiten die Puppenspieler das Programm des Figurentheaters Lübeck.

Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Lübeck. I m März waren wir im Saarland, jetzt im April sind Silke Technau und ich mit dem mobilen Kobalt-Figurentheater Lübeck in Saarbrücken und im bayerischen Ansbach zu Gast — und werden wieder viele Stunden auf der Autobahn unterwegs sein. Dann vertreiben wir uns mit Hörbüchern die Zeit, zuletzt mit den „Buddenbrooks“ von Thomas Mann in der von Gert Westphal eingelesenen Fassung. Der leider schon lange verstorbene Schauspieler ist ein begnadeter Vorleser, der seine Stimme vielfältig variieren und Stimmungen erzeugen kann. Er hat viele Klassiker der Literatur eingelesen, darunter auch Thomas Manns „Joseph und seine Brüder“; das haben wir uns für die nächste Gastspielreise besorgt, und damit wird uns die Fahrt sicher nicht lang.

Wir sind beide begeisterte Leser, ich lese wahnsinnig gerne Krimis, und als wir nach Lübeck kamen, schenkte mir ein Freund 2007 den ersten „Rungholt“-Band. Das war ein perfekter Einstieg, um die Historie der Altstadt kennenzulernen. Man taucht tief ein ins mittelalterliche Lübeck, in seine Gassen und Gänge — der Autor Derek Meister hat die Geschichte der Stadt wahnsinnig gut recherchiert und nimmt einen mit in die alte Zeit der Hanse. Beim diesjährigen ersten Hanse-Kulturfestival Lübecks wird Derek Meister am 21. Mai im Hansemuseum lesen, und wir sind dabei, aber nicht nur als Zuhörer — begleitend zur Lesung stellen wir dann Entwürfe und Ideen für die nächste Abendproduktion des Figurentheaters Lübeck vor: Wir inszenieren 2017 einen „Rungholt“-Krimi als Crossover von Animationsfilm und Puppenspiel! Derzeit stecken wir in den Vorbereitungen, und zur Lesung von Derek Meister werden wir die ersten Entwürfe der Figuren und Dramatisierungsideen präsentieren — dann gibt es vielleicht schon einen ersten Blick auf unseren „Rungholt“.

Unbedingt ansehen werde ich mir die Inszenierung der Schostakowitsch-Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ am Theater Lübeck. Ich habe diese wahnsinnig eindrucksvolle Oper in den 1980er Jahren erstmals in Berlin gesehen und bin neugierig, wie sie hier jetzt auf die Bühne gebracht wird. Die Lübecker „Don Carlos“-Inszenierung war jedenfalls grandios!

Zu Hause in unserem DVD-Regal stehen die Filme des britischen Regisseurs Joe Wright . Er hat unter anderem „Stolz & Vorurteil“ nach einem Roman von Jane Austen und „Abbitte“

(ebenfalls eine Literaturverfilmung) auf die Leinwand gebracht. Ausnehmend gut hat uns „Anna Karenina“ gefallen, weil er die Handlung des Romans in ein Theater verlegte und Theaterräume immer wieder unmerklich zu Filmlandschaften wurden. Beim Abspann kam ich ins Stutzen: Ich hatte in den 80er Jahren bei John Wright, einem der besten britischen Marionettenspieler, im Little Angel Marinette Theatre gelernt und dort auch seinen Sohn Joe kennengelernt, dessen Filme uns heute begeistern . . .

LN

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