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Kultur im Norden „Wir mögen ihn. Er ist ein ehrlicher Freund“
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19:14 21.11.2016

Berlin. Joachim Sauer, der Mann von Bundeskanzlerin Angela Merkel, ist mit öffentlichen Auftritten mehr als sparsam. Zum Geburtstag des Liedermachers Wolf Biermann macht der 67-Jährige eine Ausnahme. Bei einem Konzert im einstigen Brecht-Theater am Schiffbauerdamm in Berlin hielt er die Festrede. Vor ausverkauftem Haus würdigte er in einer höchst vergnüglichen, hintergründigen Rede den Lebensweg Biermanns vom überzeugten Kommunistenkind zum aufmüpfigen DDR-Widerständler und erinnerte daran, wie vor genau 40 Jahren der illegale Protest gegen die Ausbürgerung des Liedermachers den Anfang vom Ende der DDR einläutete. „Wolf Biermann ist ein großer Künstler und ein ehrlicher, anständiger Mensch, der seinen Glauben an den Kommunismus überwunden hat“, sagt der Chemieprofessor, der selbst aus Sachsen stammt. „Wir mögen ihn. Er ist ein ehrlicher Freund. Und nun soll er singen.“

Wolf Biermann im Duett mit seiner Frau Pamela. FOTO: DPA

Das ließ sich Biermann, der am 15. November den „echten“ Geburtstag feierte, nicht zweimal sagen. Mit rund einem Dutzend seiner bekanntesten Lieder erzählte er zur legendären Gitarre seine Lebensgeschichte in Kurzfassung – kämpferisch und präsent wie eh und je. Besonderen Applaus gab es am Schluss für den gemeinsamen Auftritt mit den Free Jazzern des Zentralquartetts und vor allem für das Doppel mit seiner wunderbar singenden, jüngeren Frau Pamela. Beim anschließenden Empfang gratulierten unter anderen Finanzminister Wolfgang Schäuble mit Frau Irmgard, Innenminister Thomas de Maiziere, BR-Intendant Uli Wilhelm und Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner.

In seiner Heimatstadt Hamburg feierte Biermann am Sonntag im ausverkauften Thalia Theater seinen Geburtstag mit einem Sonderkonzert. „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“, intonierte er in charakteristisch rauem Sprechgesang – und tausend Fans, deren Haare meist ebenso grau geworden sind wie seine, jubelelten. Das Konzert bestritt der energievoll auftretende und mit dem Publikum flirtende Künstler im Anschluss an sein Sololied mit weiteren Klassikern aus seinem Repertoire. Zuvor hatte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) in einer Ansprache Leben und Werk Biermanns gewürdigt, der derzeit auch mit seiner Autobiografie „Warte nicht auf bessre Zeiten!“ Furore macht.

Gestern gab Bundespräsidenten Joachim Gauck im Schloss Bellevue ein Essen zu Ehren Wolf Biermanns.

LN

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