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Zeitlose Skulpturen für die Ewigkeit

Lübeck Zeitlose Skulpturen für die Ewigkeit

Bei den Designtagen auf der Kulturwerft Gollan sind Plastiken des Künstlers Klaus Kütemeier zu bewundern.

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Der Bildhauer Klaus Kütemeier sah seine Bronzearbeiten als „Proben“ für seine Arbeiten in Stein.

Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Lübeck. Klaus Kütemeier (1939-2013) war einer der bedeutendsten norddeutschen Bildhauer seiner Zeit. Der Schüler von Gustav Seitz blieb der gegenständlichen Kunst treu – auch in den Jahren, in denen „Gegenständlichkeit“ als Schimpfwort benutzt wurde. Arbeiten des Künstlers sind jetzt bei den Designtagen Lübeck zu sehen – eine merkwürdige Umgebung für Plastiken aus Stein und Bronze.

Kütemeiers Skulpturen sind bei den Designtagen neben einem Stand aufgebaut, an dem stylische Ledersofas und Tischkicker angeboten werden. Erstaunlich ist, dass Kütemeiers Arbeiten diese Umgebung nicht nur ertragen, sondern sogar aufwerten. Denn die Skulpturen sind auf eine ganz spezielle Weise zeitlos.

Sie erinnern an Figuren aus der Antike, einen sitzenden Mann aus hartem Basalt etwa kann man als Verwandten der mindestens 4000 Jahre alten Figur eines Schreibers aus dem Land Sumer am Euphrat interpretieren. Es ist der perfekte Umgang mit dem Stein, dem die Plastiken ihren ästhetischen Reiz vor allem verdanken. Die Bronze-Figuren, die Kütemeier nach seinen Steinarbeiten im kleineren Maßstab formte, waren für ihn eher Proben als fertige Kunstwerke. An den Bronzen erkennt man Arbeitsspuren, während die Steinplastiken weitestgehend makellos sind. Zeitlose Kunst, Kunst, die sich mit der Zeit beschäftigt, ohne sich an die Gegenwart zu binden. Und deshalb könnte man Klaus Kütemeiers Plastiken ebenso in einer Antikensammlung aufstellen wie neben einem modernen Sofa.

Die bei den Designtagen gezeigten Werke stammen aus dem Besitz von Kütemeiers Witwe, kuratiert hat die Ausstellung Brigitte Heise, ehemalige Leiterin des Museums Behnhaus/Drägerhaus. Sie kannte den Künstler seit mehr als 20 Jahren, eine Bekanntschaft, die nicht immer einfach, aber immer bereichernd war. Kütemeier entzog sich konsequent der Kunstszene – das Werk war ihm wichtiger. Zu sehen bis zum Sonntag.

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