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Kultur im Norden Zukunftsthemen
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18:23 11.11.2017
Von Maximilian Buddenbohm journal.redaktion@LN-Luebeck.de

Ich habe den jüngeren Sohn gefragt, worüber ich schreiben soll. Welches Thema ist wichtig? Für ihn, für die Welt oder für sonst wen, für Kinder? Es könnte ja interessant sein, was da bei einem Achtjährigen so kommt, dachte ich. „Insektensterben“, sagte er. Das ist einerseits toll, weil das Kind also schon Anteil an den Nachrichten nimmt und eine Meinung hat. Das ist andererseits aber etwas heikel, weil man darüber keine lustige Kolumne schreiben kann. Das Insektensterben ist einfach nicht gut, soviel steht fest. Er findet – schreib das auf, Papa! – das müsse man ändern. Und zwar schnell. Ich habe dann weiter gefragt, manchmal braucht man eben mehr Chancen. „Elektroautos“, sagte der Sohn. Er will mehr Elektroautos, und zwar bald und zwar viele. Weil Autos, die alles vollstinken, nämlich doof sind. Logisch. Was ist eigentlich mit Achtjährigen los, dass sie auf solche Antworten kommen? Oder was ist mit der Welt los, dass wir solche Achtjährigen haben? Ich habe damals mit acht Jahren rein gar nichts von der Nachrichtenlage gewusst, abgesehen davon, dass langweilige Herren im langweiligen Bonn langweiliges Zeug besprachen, bei dem man ganz gut einschlafen konnte. Auch zu Elektroautos fällt mir jedenfalls nichts ein, da schreiben ja schon alle drüber, das muss ich nicht auch noch. „Und weiter?“ Aller guten Dinge sind drei, ein Thema noch. „Was ist wichtig?“ Der Sohn dachte gründlich nach: „Dass man endlich was erfindet, wodurch man nie mehr Zähne putzen muss.“

Und das lasse ich jetzt so stehen. Nein, besser, das gebe ich an die Politik weiter, an die kommende Regierung. Bitte drei Sachen für den Nachwuchs in diesem Land lösen: Weniger Insektensterben, mehr Elektroautos, kein Zähneputzen mehr. Wenn das kein klarer Auftrag ist.

LN

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