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Hamburg Zum Frühstück ein Prost

Hamburg: Museum am Holstenwall zeigt Ausstellung „Kein Bier ohne Alster“.

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Gastwirtschaft und Frühstückslokal Passel in Hamburg, Postkarte um 1900.

Quelle: SHMH

Hamburg. . Daran werden die Bayern zu schlucken haben: Nicht München und Umland waren zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert das Zentrum der europäischen Bierherstellung, sondern: Hamburg.

Lübeck galt damals als das „Kaufhaus der Hanse“, Köln als das „Weinhaus der Hanse“ – und Hamburg als „Brauhaus der Hanse“. Entsprechend widmet sich das Museum für Hamburgische Geschichte dem Thema mit der Ausstellung „Kein Bier ohne Alster“.

Mitte des 14. Jahrhunderts gab es in der Stadt knapp 450 Brauhäuser, im Jahr 1540 waren es sogar 527. Zu Spitzenzeiten wurden 575000 Hektoliter Bier pro Jahr gebraut – bei rund 10 000 Einwohnern. Heute ist es zwar die beinahe doppelte Menge (1,3 Millionen Hektoliter), aber bei 1,8 Millionen Einwohnern.

Dass der Verkauf des Bieres die Hamburger Bierbrauer wohlhabend machte, liegt auf der Hand – aber auch die Stadt profitierte davon. Auf ihren Einfluss gehen der Bau der Stadtentwässerung, die Gründung der Börse und die erste Feuerversicherung zurück.

Bier war im Mittelalter übrigens nicht einfach Bier; Bier war ein Grundnahrungsmittel. Das „flüssige Brot des Alltags“ wurde in ausgesprochen großen Mengen konsumiert, es hatte entsprechend weniger Alkoholgehalt als heute. Bereits zum Frühstück gab es Biersuppe – Kaffee, Tee oder Trinkschokolade waren noch unbekannt. Wasser war häufig mit Keimen belastet.

500 bis 1000 Liter Bier wurden pro Jahr und pro Kopf konsumiert, mindestens zwei Liter pro Tag, gerechnet auf Männer, Frauen und Kinder.

Mit der Auflösung der Hanse verloren die Hamburger Bierbrauer schließlich einen Teil ihres Marktes. Auch ließen veränderte Trink- und Essgewohnheiten im 17. Jahrhundert die Bierproduktion zurückgehen. Im 19. Jahrhundert erlebte das Bierbrauen dann mit den Actien-Brauereien erneut einen Aufschwung.

Die Schau „Kein Bier ohne Alster“ mit 300 Exponaten zeigt Rohstoffe, Trinkgefäße, Modelle und schriftliche Quellen, die die Entwicklung des Bierbrauens anschaulich machen. Eigens für die Museumsschau hat die Störtebeker Braumanufaktur ein Hamburger Rauchweizenbier nach mittelalterlicher Rezeptur gebraut.

„Kein Bier ohne Alster“, Museum für Hamburgische Geschichte, Holstenwall 24, Ausstellung bis 12. März: jeweils dienstags bis sonnabends

10 bis 17 Uhr, sonntags 10 bis 18 Uhr.

LN

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