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Kultur im Norden Zwei Rauschebärte enttäuschen ihr Publikum
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21:23 01.07.2013
Von Majka Gerke
Zwillinge, die keine sind: Gitarrist und Sänger Billy Gibbons (r.) mit dem Bassisten und Co-Sänger Dusty Hill. Quelle: Foto: dpa
Hamburg

Es hätte so schön sein können. Seit Monaten gab es für den Tourauftakt der texanischen Blues-Rock-Band ZZ Top keine Karten mehr. Sogar der Wettergott hatte ein Einsehen, stellte am Sonntagabend pünktlich den Regen über dem Hamburger Stadtpark ein und schickt sogar ein paar Sonnenstrahlen. Die Ben Miller Band heizte als gelungener Support-Act dem Publikum mächtig ein und macht Lust auf mehr.

Seit über 40 Jahren sind die Texaner ihrem Sound treu geblieben. Mit dröhnendem Schlagzeug, wilden Gitarrenriffs und mit den rauchigen Stimmen von Billy Gibbons und Dusty Hill kommt dabei ein Mix aus Blues, Rock und Boogie heraus. Mit „La Futura“ haben sie gerade ihr 15 Album auf den Markt gebracht und touren nun durch Europa. Doch was das Trio an diesem Abend bot, war dürftig.

Schlagzeuger Frank Beard (64) verschwand sofort hinter seinem gigantischen Drumkit, um gekonnt, aber lustlos auf seine Gerätschaften einzudreschen.

Die beiden bärtigen Exzentriker, Bassist Dusty Hill (64) und Gitarrist Billy Gibbons (64), in schwarzen, mit bunten Glitzersteinen üppig bestickten Jacken, positionierten sich rechts und links auf der Bühne und bewegten sich danach eine Stunde und 20 Minuten lang nur noch minimal. Auf dem Kopf trugen die beiden ihre üblichen Hüte, die Augen waren gut versteckt hinter großen Sonnenbrillen.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Mit „Got me under Pressure“ setzte der Angriff auf die Gehörgänge ein, während im Hintergrund der Bühne kurze Filmsequenzen liefen. Das Doppel „Waitin for the Bus“ /

„Jesus just left Chicago“ sowie „Gimme all your Lovin‘“ oder „Pincushion“ brachten die Zuschauer zum Jubeln. Da wurden die Arme gereckt, im Takt wurde geklatscht und der Refrain mitgesungen.

Die Begeisterung der Fans ließ die Musiker allerdings kalt. Erst nach vier Songs gab es mit „Danke — jetzt gibt es was Neues“ eine kurze Ansprache ans Publikum, das war es dann auch schon mit der Interaktion.

Mit „I gotsta get paid“ und „Flyin‘ High“ vom aktuellen Album gab es tatsächlich was Neues. Doch richtig Stimmung kam immer dann auf, wenn die Rocker auf Altbewährtes wie „Sharp dressed Man“ oder „Legs“ zurückgriffen. Dazu holten sie sogar ihre legendären plüschbesetzten Instrumente heraus.

Nach kurzen 80 Minuten und vier Zugaben gab es mit „Jailhouse Rock“ noch ein letztes Trostpflaster. Dann verschwanden die Altmeister. Zurück blieb ein enttäuschtes Publikum, das etwas mehr erwartet hatte.

Majka Gerke

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