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Zwei virtuose Klassiker auf den Spuren des Jazz

Lübeck Zwei virtuose Klassiker auf den Spuren des Jazz

Runge & Ammon eröffneten die Saison der Lübecker MOF-Konzerte.

Lübeck. Der Cellist Eckart Runge und der Pianist Jacques Ammon sind eines der innovativsten Duos, die sich derzeit auf den Konzertpodien der Welt tummeln. Zwei außergewöhnliche Musiker, die alles, von Klassik bis zum Jazz, souverän musizieren. Im gut besuchten Foyer der MuK stellten Runge und Ammon am Freitagabend ihr neues Programm „Brooklyn Blues“ vor — ein Erlebnis allerersten Ranges.

Dieses erste Konzert des neuen Vereins Musik-Orchesterfreunde Lübeck, kurz MOF, der aus der Verschmelzung der Musikfreunde und der Orchesterfreunde hervorgegangen ist, wurde ein voller Erfolg. Vor allem dadurch, dass der Verein sich nicht auf sein ureigenes Gebiet, die klassisch-romantische Kammermusik, verlassen hatte, sondern mit „Brooklyn Blues“ ein Programm wählte, das auch jüngere Menschen ansprach.

Astor Piazzolla erklang zu Beginn des Abends, sein berühmter „Libertango“. Jacques Ammon, Professor an der Lübecker Musikhochschule, und Eckart Runge, Cellisten des Artemis Quartetts, machten aus diesem Klassiker des Tango nuevo ein hinreißendes, jazzorientiertes Stück, mit rhythmischen und harmonischen Wandlungen, die schlicht atemberaubend waren.

Wilde Improvisationen prägten die Arrangement von Gershwins „It Ain't Necessarily So“ aus „Porgy and Bess“. Eine stramme Mischung aus Jazz und Blues, mit dem die beiden Musiker deutlich machten, worauf sie mit ihrem Programm hinauswollen: Die Einflüsse des Jazz dingfest machen, dieser wichtigsten Musikrichtung des 20. Jahrhunderts.

Auf was für Preziosen man stoßen kann, wenn man sich auf die Suche begibt, bewiesen Runge und Ammon mit den Kompositionen des Russen Nikolai Kapustin. Einer der wichtigsten russischen Jazzmusiker, wie Eckart Runge in seiner humorvollen Moderation erläuterte. Kapustins Musik ist hochklassiger Jazz, eher an die alten Klänge der Westcoast-Heroen erinnernd als an die flirrenden Bebop-Klänge aus New York.

Das begeisterte Publikum erklatschte sich eine Piazzolla-Zugabe. Und das nächste MOF-Konzert ist schon terminiert: Am 15. November spielt das Amaryllis-Quartett im Kolosseum Werke von Beethoven und Schönberg.l

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