Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Rest der Welt 2016 wird wieder ein Shakespeare-Jahr
Nachrichten Kultur Kultur im Rest der Welt 2016 wird wieder ein Shakespeare-Jahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:15 04.01.2016
Der Neubau des Globe Theatre in London. Quelle: Facundo Arrizabalaga
Anzeige
London

Shakespeare lebt. Natürlich ist das Motto des Shakespeare-Jahres 2016, „Shakespeare Lives“, Werbung - aber eine, die stimmt. Einerseits, weil Shakespeare-Stücke bis heute berühren, weil Shakespeare nie veraltet. Andererseits, weil man ihn mit Nachdruck am Leben hält. Shakespeare ist eine mächtige britische Marke.

Kein Wunder, dass nur zwei Jahre nach der Riesen-Sause zu seinem 450. Geburtstag auch der 400. Todestag gebührend begangen werden soll. Der ist am 23. April, doch die Kampagne „Shakespeare Lives“ läuft ein ganzes Jahr.

„Die Gelegenheit ist einfach zu gut“, sagt Ciarán Devane vom British Council, der britische Kultur ins Ausland exportiert. Im Falle Shakespeares eine denkbar einfache Aufgabe. Wenn Benedict Cumberbatch „Hamlet“ spielt, macht das weltweit Schlagzeilen, Lars Eidinger als Richard III. oder auch als Hamlet erntet enthusiastische Kritiken, in New York führen Schauspieler „Macbeth“ (geplant) betrunken auf.

Shakespeare ist sowieso überall, aber sein Heimatland will ihn trotzdem ehren. Eine besondere Rolle wird dabei - wie schon 2014 - wieder das Globe Theater spielen. Der hübsche Nachbau eines Theaters aus dem 16. Jahrhundert direkt an der Themse, bis hin zu den Stehplätzen ohne Überdachung und den harten Holzbänken originalgetreu, ist seit seiner Eröffnung 1997 eine Art Pilgerstätte für Shakespeare-Verehrer geworden.

Der Künstlerische Direktor Dominic Dromgoole, der nach dieser Saison geht, nennt es im „Guardian“ das „letzte große Abenteuer meiner Zeit hier am Globe“: 37 Kurzfilme, einer für jedes Shakespeare-Stück, die am 23. und 24. April über vier Kilometer die Themse entlang auf 37 Bildschirmen gezeigt werden, in streng chronologischer Reihenfolge. „Hamlet“ soll in Dänemark gedreht werden, „Romeo und Julia“ in Verona, „Antonius und Kleopatra“ in Ägypten. Auch wenn Shakespeare dort nie war.

Mit der Feier des 450. Geburtstag des vielleicht bedeutendsten Dramatikers überhaupt ist das Globe übrigens noch gar nicht fertig. Seit dem 23. April 2015 tourt eine Gruppe mit „Hamlet“ um die Welt, mit dem Ziel, bis zum 23. April in jedem Land der Erde aufgetreten zu sein. In mehr als 135 Ländern waren sie schon, darunter auch in einem Camp für syrische Flüchtlinge in Jordanien.

Geplant sind neben Theateraufführungen und Filmen auch Ausstellungen, Lesungen, Debatten und eine große Schulinitiative. 100 000 Schulen weltweit bekommen ein Shakespeare-Paket, natürlich übersetzt in die Landessprache. Themen: Weltbürgertum, Macht, Identität, Gerechtigkeit. Alles anhand von mehr als 400 Jahre alten Texten, die die weltberühmte Royal Shakespeare Company zum Leben erweckt. Die Schüler können sich die Arbeit der Schauspieler in Videoclips ansehen. Ob deutsche Schulen einbezogen werden und welche, konnte der British Council auch Anfrage noch nicht mitteilen.


Programm "Shakespeare Lives"
Projekt "Globe to Globe" - Hamlet-Welttournee
"Guardian" zum Shakespeare-Film-Projekt des Globe-Theaters

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zwischen den Wellblechhütten ertönen beflissen gespielte Mozart-Stücke. Ein Orchester im Slum Korogocho ist Erziehungsprojekt und Musikerschmiede. Vielleicht wird hier der Gustavo Dudamel Afrikas ausgebildet - mit Hilfe der deutschen Botschaft.

05.01.2016

Das Bild „Number 32“ von Jackson Pollock ist der ganze Stolz der Kunstsammlung NRW. Nach 65 Jahren muss das abstrakte Großgemälde gereinigt werden. Das ist ein Fall für Otto Hubacek.

05.01.2016

Der siebte Teil der Star Wars-Filmreihe ist weiter der unangefochtene Spitzenreiter in den US-Kinos.

03.01.2016
Anzeige