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Kultur im Rest der Welt 40 Jahre Spider Murphy Gang
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10:22 30.10.2017
Sänger und Bassist Günther Sigl (l-r), Saxophonist Otto Staniloi und Gitarrist Barny Murphy beim Jubiläumskonzert in München. Quelle: Matthias Balk
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München

„32 16 8“ - die Telefonnummer der Sehnsüchte mit der Acht am Ende als Reim auf Nacht haben Männer damals tatsächlich gewählt. Damals: Vor fast 40 Jahren, als der Hit „Skandal im Sperrbezirk“ um die Prostituierte Rosie die Spider Murphy Gang deutschlandweit bekannt machte. Am Wochenende hat die Münchner Kultband zusammen mit 20 000 Fans ihr 40-jähriges Bestehen mit zwei mitreißenden Konzerten in der Münchner Olympiahalle gefeiert.

1984 füllten die „bayerischen Stones“ erstmals die Halle. Zwei Mal hintereinander ausverkauft ist sie auch jetzt. Manches Lied muss die Band gar nicht selbst singen - das Publikum erledigt das, die Texte kennen die Fans in- und auswendig.

„Ihr schauts guad aus“, begrüßte Bandleader Günther Sigl, der im Februar 70 wurde, das teils ebenfalls in die Jahre gekommene Publikum. Dann lieferten Sigl und seine Band jugendlich frische Leistung mit dreieinhalb Stunden „original bayerischem Rock'n'Roll“. Samt bayerischen Heimatklängen, wirbelnder Schlagzeug-Einlage und einem „Schickeria“ in Überlänge mit Soli an Saxofon, Piano und Gitarre.

Als hochkarätige Bühnengäste gratulierten mit gemeinsam gespielten Songs Claudia Koreck, Brings und Stefan Zauner. Wortakrobat Willy Astor widmete den Altrockern sein „Seniorenmedley“ mit diversen umgetexteten Hits, darunter altersgerechte „Sandalen für Rosie“.

Peter Schilling mit „Major Tom – Völlig losgelöst“ und Geier Sturzflug-Gründer Friedel Geratsch mit „Bruttosozialprodukt“ brachten nicht nur die Älteren im Publikum zum Mitsingen. Die a cappella-Band Viva Voce stimmte schließlich mit Spider Murphy „Sch-Bum - s'Leb'n is wiar a Traum“ an - das Motto des Konzerts.

Wie in den 1980er Jahren streckten Tausende Hände Lichter in die Höhe, heute sind das Handys. Ein einziges analoges Licht habe er noch entdeckt, ein echtes Feuerzeug in der Hand eines Fans, rief Sigl, und verständnisvoll: „Hast Dir den Daumen verbrannt?“

Günther Sigl und Barny Murphy (bürgerlich: Gerhard Gmell) hatten die Spider Murphy Gang 1977 gegründet. Wie damals üblich begann die Gruppe, die sich nach dem Saxofonisten in Elvis Presleys „Jailhouse Rock“ benannte, mit englischen Texten. Später stieg sie auf bairischen Dialekt um und startete damit in eine eigene Stilrichtung.

Die Tophits über den „Skandal um Rosie“ im sauberen München und über die hochnäsige Münchner Schickeria machten die Band in den 1980er Jahren deutschlandweit bekannt. Heute sind nur noch Sigl und Murphy aus der Urbesetzung dabei.

Ursprünglich war nur das Jubiläumskonzert am Samstag geplant. Doch weil es schon knapp ein Jahr vorher ausverkauft war, legte die Band als Zugabe den Sonntag nach. Auch in Zukunft können sich die Fans auf solche „Zugaben“ freuen. Er ziehe seine „Rock'n'Roll Schuah“ noch lange nicht aus, kündigte Sigl den gleichnamigen Song an. „Sag ma mal: Die nächsten zehn Jahre ned.“ Oder auch 20. Oder 30.

Die nächsten Jubiläumskonzerte bis ins biblische Alter hinein scheinen also zu stehen, samt Skandal um die Rosie mit der einschlägigen Telefonnummer - die früher angeblich wirklich existierte. Münchner Nummern habe sie damals geprüft, aber diese im Raum München übersehen, berichtete die Band einmal. Die Nummer gehörte demnach: einem Altenheim.

dpa

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