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Kultur im Rest der Welt AC/DC reloaded begeistert bei Deutschland-Debüt
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14:34 01.06.2016
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Hamburg

Es dauert wenige Akkorde, da ist klar: Axl Rose und AC/DC - das passt. 46 000 Fans der Hardrock-Legenden jubeln, als der Guns'N-Roses-Frontmann um 20.38 Uhr über die Bühne tänzelt und die ersten Strophen von „Rock Or Bust“ ins weite Rund des ausverkauften Hamburger Volksparkstadions kreischt.

Gleich zu Beginn wissen die Fans der Rock-Veteranen: Der 54-Jährige ist trotz gebrochenen Fußes wieder auf den Beinen. Die bombastische Show der älteren Herren kann am Donnerstagabend beginnen. Mit Spezialschiene für das lädierte linke Bein, Cowboy-Hut und Jeansjacke mit Lederärmeln powert Rose mit Gitarrist Angus Young (61) an seiner Seite durch die AC/DC-Geschichte - und kann dabei vor allem bei Klassikern wie „Hells Bells“, „T.N.T.“, „Thunderstruck“ und „Highway To Hell“ mitreißen.

Die Skepsis, ob AC/DC ohne den erkrankten Sänger Brian Johnson und mit Rose immer noch AC/DC ist, weicht schnell. Das Stadion brennt - und Rose brennt auch. „Was für ein tolles Publikum“, sagt Ersatzsänger Rose. „Ich liebe euch.“

Noch beim Tour-Auftakt Anfang Mai in Lissabon musste Rose die Show im Sitzen über die Bühne bringen. In Hamburg hingegen wird der Amerikaner von Song zu Song mobiler - und teilt sich mit Bandgründer Angus Young die Bühne, ganz wie von diesem erhofft. „Wir müssen uns jetzt sogar aus dem Weg gehen“, scherzte Young vor dem Auftritt.

Bei allem Fokus auf Rose: Auch in der Hansestadt ist Angus Young das Gesicht der Band. Seine Riffs und Gitarren-Soli sind es, die das Ganze zusammenhalten. Und es gibt noch mehr, was an die alten Zeiten erinnert: Die riesige Puppe zu „Whole Lotta Rosie“, die gigantischen Schläge der über die Bühne schwebenden „Hells Bells“ und der Kanonendonner zu „For Those About To Rock“. Nach drei Zugaben und gut zwei Stunden Hardrock pur ist dann Schluss - und der Jubel groß.

Als die sensationelle Zusammenarbeit zwischen Rose und AC/DC bekanntgegeben wurde, gab es nicht nur Zustimmung. Kollegen wie Ex-Oasis-Mann Noel Gallagher oder „The Who“-Sänger Roger Daltrey rümpften die Nase, manch Fan - auch in Hamburg - gab die Karte zurück.

Rose ist dabei, weil AC/DC-Sänger Johnson (68) zumindest vorübergehend das Mikro aus der Hand legen muss. Wenn er nicht sofort eine Pause einlege, drohe ihm der Verlust seines Gehörs, hieß es von den Ärzten. Mitte April dann die Sensation: Rose springt ein, die Fortsetzung der Welttour mit den weiteren Deutschland-Stationen Leipzig (1. Juni) und Düsseldorf (15. Juni) ist gerettet.

Und die Zwischenbilanz fällt positiv aus. „Es hat Spaß gemacht, es war sehr aufregend“, sagte Angus Young. Es sei natürlich anders als mit Johnson. „Aber Axl hat Spaß dabei. Er macht es sehr gut.“

Für die Ewigkeit soll die Zusammenarbeit aber nicht sein. Denn Rose tourt seit April auch wieder mit Guns N'Roses und seinem alten Kollegen Slash. Und der unermüdliche Johnson betonte vor fünf Wochen, er wolle zurückkehren: „​Meine Ärzte haben mir gesagt, dass ich weiter in Studios Musik aufnehmen kann, und das will ich auch tun.“​

dpa

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