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„Ain't Nobody (Loves Me Better)“ ist der Sommerhit

Baden-Baden „Ain't Nobody (Loves Me Better)“ ist der Sommerhit

Ein 20-jähriger Deutscher landet mit einer Elektro-Version eines amerikanischen Klassikers den diesjährigen Sommerhit. So haben die Marktforscher von GfK Entertainment entschieden. Für sie bestätigt das einen Trend, von dem nicht jeder begeistert ist.

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Der deutsche DJ Felix Jaehn hat den Sommerhit des Jahres abgeliefert.

Quelle: Britta Pedersen

Baden-Baden. Der Sommer klingt poppig-elektronisch - und aufgewärmt. Die Neuauflage von „Ain't Nobody (Loves Me Better)“ des deutschen DJs Felix Jaehn (20) ist das, was wir in diesem Jahr beim Grillen, Joggen oder Tanzen unter freiem Himmel hören, meinen zumindest die Marktforscher von GfK Entertainment. Ihr Sommerhit 2015 ist ein Paradebeispiel für ein Genre, das Experten Electronic Dance Music (EDM) nennen - und das nicht alle mögen.

Sommer, Sonne, gute Laune - alles, was positiv ist, spiegele sich in seiner Musik wider, sagte Jaehn vor kurzem der Deutschen Presse-Agentur. Der 1994 geborene Jaehn war nicht einmal auf der Welt, als die US-amerikanische Funkband Rufus 1983 mit Soul-Sängerin Chaka Khan die Vorlage des Hits veröffentlichte.

Dass er damit nun ganz offiziell mit der 14-jährigen, britischen Sängerin Jasmine Thompson einen Sommerhit landete, dürfte den geborenen Hamburger weiter beflügeln: Mit einem anderen Remix, dem Lied „Cheerleader“, landete der junge Künstler neulich erst auf Platz eins in den Billboard-Charts der USA.

Liefen in den 90er und 2000er Jahren im Sommer vor allem Ohrwürmer aus Spanien rauf und runter - man denke nur an „Macarena“ von Los del Rio (1996) oder „The Ketchup Song“ von Las Ketchup (2002) - seien seit 2012 elektronische Pop-Songs immer beliebter geworden, sagt GfK-Experte Hans Schmucker. Electronic Dance Music habe sich weltweit durchgesetzt und liege klar im Trend.

Das zeige auch die Folge der gekürten Sommerhits: „Wake Me Up“ von Avicii 2013 und „Prayer In C“ von Lilly Wood & The Prick und Robin Schulz 2014 waren ebenfalls tanzbare Elektro-Pop-Songs.

Bei dem Titel von Jaehn sahen die Marktforscher ihre Kriterien für den Sommerhit erfüllt: eine eingängige Melodie, ein einfacher Text, ein tanzbarer Rhythmus, ein Song, der „Sommerstimmung“ versprüht - gemacht von einem Künstler, der vorher noch nicht großartig bekannt war und es aus eigener Kraft in die Hitliste schaffte.

Seine Musik sei für alle Generationen etwas, sagt Jaehn selbst, der noch bei seinen Eltern im beschaulichen Klützer Winkel in Mecklenburg-Vorpommern nahe der Ostsee wohnt. „Sowohl meinem Großvater als auch meinem sechsjährigen Patenkind gefallen meine Lieder.“

Vielleicht ist es auch das, was den deutschen DJ und Produzenten Oliver Koletzki („Der Mückenschwarm“) so stört an Electronic Dance Music. Im Interview der Zeitung „Die Welt“ kritisierte Koletzki: „Elektro war immer revolutionär, EDM ist kommerziell.“ Aber EDM kommt an: „Ain't Nobody (Loves Me Better)“ etwa stand acht Wochen an der Charts-Spitze. Bei einer Umfrage zum Sommerhit auf „Bild.de“ sprachen sich die meisten der 11 000 Teilnehmer ebenfalls für diesen Song aus.

„Diese Nummer war im Original von Chaka Khan vor über 30 Jahren schon sehr erfolgreich, aber die beiden setzen mit ihrem Sound-Update noch einen drauf“, sagt Jens Kopel, Musikchef von Radio NRW, das als Rahmenprogrammanbieter 45 Lokalradios in Nordrhein-Westfalen bespielt und als Senderverbund die größte Reichweite in Deutschland hat. Der Song gehöre seit Wochen zu den meistgespielten.

Mit „Ain't Nobody (Loves Me Better)“ hat nach Culcha Candelas „Hamma!“ im Jahr 2007 also mal wieder ein Deutscher den Sommerhit gelandet - auch wenn das gar nicht so klingt.

Das „Ain't Nobody...“-Cover dürfte nun also in vielen Köpfen mit Erinnerungen an das Jahr 2015 verbunden bleiben - damit verbindet das Lied wohl auch Generationen, denn viele Hörer haben das Original bereits seit Jahrzehnten im Ohr.

dpa

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