Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° wolkig

Navigation:
Ausverhandelt: Polizei räumt besetzte Berliner Volksbühne

Theater Ausverhandelt: Polizei räumt besetzte Berliner Volksbühne

Am Ende rückt doch die Polizei an. Falls die Besetzer der Berliner Volksbühne nicht freiwillig gehen, wird geräumt - heißt es am Donnerstag. Die Aktion verläuft dann aber friedlich.

Seit sieben Tagen ist die Volksbühne besetzt.

Quelle: Paul Zinken

Berlin. „Wir werden Herrn Dercon jetzt in die #Volksbühne begleiten“, twittert die Berliner Polizei am Donnerstagvormittag. „Dort wird er die Anwesenden bitten, das Gebäude zu verlassen“.

Fast eine Woche lang haben Polit- und Kunstaktivisten die Berliner Volksbühne belagert. Der neue Intendant Chris Dercon und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) liefern sich endlose Verhandlungsrunden mit den Eindringlingen, um eine Lösung zu finden. Am Ende rückt dann doch die Polizei an.

„Es fällt schwer, so eine Entscheidung treffen zu müssen“, erklärte Dercon nach dem Ende der friedlich verlaufenen Räumung. Seit Beginn der Aktion am Freitag sei immer wieder mit wechselnden Vertretern der Besetzergruppe gesprochen worden. „Wir konnten keinen gemeinsamen Weg finden“, sagte Dercon. Das Angebot des Senats, gemeinsam alternative Räume in der Stadt zu suchen, sei nicht angenommen worden - genauso wenig wie das Angebot der Volksbühne, den Grünen Salon und den Pavillon nutzen zu können.

Den Besetzern sei angeboten worden, das Theater freiwillig bei Verzicht auf eine Strafverfolgung zu verlassen, erklärte Lederer im Abgeordnetenhaus. „Andernfalls wird geräumt.“ Die Polizei ging zunächst davon aus, dass sie nicht eingreifen müsse. Die meisten Besetzer verließen das Haus freiwillig. Ein harter Kern von Besetzern wollte aber nicht weichen. „Hier musste die Intendanz in Abstimmung mit der Senatsverwaltung Strafantrag stellen“, teilte die Kulturverwaltung mit. Die verbliebenen rund 20 Besetzer wurden von Polizeibeamten aus dem Theater begleitet, 5 davon wurden laut der Behörde hinausgetragen.

Bei Gesprächen mit den Besetzern am Mittwochabend habe der Senat nochmals deutlich gemacht, „dass wir die Besetzung nicht akzeptieren werden“, sagte Lederer. Sie seien aber auf Lösungsangebote nicht eingegangen. Rund 200 Einsätzkräfte der Polizei postierten sich daraufhin am Donnerstag am Theater. Mehr als ein Dutzend Mannschaftswagen fuhren auf, Straßen wurden weiträumig abgesperrt.

Am Abend des vorigen Freitags hatten die Besetzer die Volksbühne geentert - und in den folgenden Tagen ein Programm von Kinderschminken über Tanzperformances bis zu Marxismus- und Gentrifizierungsdebatten organisiert. Vor allem aber wurde Party gemacht. Die Besetzer wollten mit ihrer „transmedialen Theaterinszenierung“ nach eigenen Angaben „ein Zeichen setzen gegen die aktuelle Kultur- und Stadtentwicklungspolitik“. Die Proben in der Volksbühne mussten wegen der Besetzung abgesagt werden.

Lederer verteidigte sein Vorgehen der vergangenen Tage. „Aus unserer Sicht ist eine Verhandlungslösung immer das Beste.“ Gleichwohl sei den Besetzern immer deutlich gemacht worden, dass ihre Aktion nicht akzeptabel sei. „Es war zwischen unterschiedlichen Rechtsgütern abzuwägen“, so Lederer. „Eine Räumung des Gebäudes wäre, abgesehen davon, dass die Einsatzkräfte hätten verfügbar sein müssen, mit massiven Gefahren verbunden (gewesen). Aus unserer Sicht war eine Eskalation unverantwortbar. Zu dieser Entscheidung stehen wir.“

Am Wochenende sei es darum gegangen, Gefahrenquellen zu minimieren und eine Situation zu vermeiden, „die hätte katastrophale Folgen haben können“. Die Besetzer hätten zu einer Party aufgerufen und mit bis zu 6000 Gästen gerechnet, was womöglich „massive Gefahren für Leib und Leben“ etwa bei einer Panik zur Folge gehabt hätte. Gemeinsam mit allen Beteiligten sei es gelungen, dass über das Wochenende nicht mehr als 500 Leute im Gebäude gewesen seien. Nach der Räumung kündigte Dercon an: „Morgen werden wir den Probenbetrieb wieder aufnehmen“.

dpa

Voriger Artikel
Mehr aus Kultur im Rest der Welt
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den Dezember 2017 zu sehen!

Lübeck zahlt Studenten künftig 100 Euro Begrüßungsgeld. Eine gute Idee?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

TV-Vorschau

Unsere Kolumne zeigt, wo sich das Einschalten lohnt.

Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kreuzwort

Auch online wartet täglich ein neues Rätsel auf Sie. Jetzt rätseln!

Sudoku

Bleiben Sie geistig aktiv – mit japanischem Gehirnjogging.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr