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Kultur im Rest der Welt Beitrag aus Libanon erster Löwen-Favorit in Venedig
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16:12 31.08.2017
Aus dem Libanon kommt mit „The Insult“ eine Geschichte um Hass, Wut und Vorurteile. Quelle: Labiennale
Venedig

Ein packendes Drama aus dem Libanon hat sich gleich am zweiten Festivaltag als starker Löwen-Favorit beim Filmfest Venedig herauskristallisiert. „The Insult“ spielt im Beirut der Gegenwart, wo ein Streit zwischen zwei Männern eskaliert und schwerwiegende, politische Auswirkungen mit sich zieht.

Einer der Männer ist Libanese, der andere Palästinenser. Als sie ihren Konflikt über eine Lappalie nicht lösen können, landet der Fall vor Gericht und feuert langjährige Ressentiments an. „L’Insulte“, so der Originaltitel, wird damit zu einem erschütternden Abbild für Hass und Gewalt, für die Folgen von Trauer und Trauma - und im Kern zu einer Erklärung für viele religiöse und politische Spannungen unserer derzeitigen Welt.

Regie führte Ziad Doueiri, der 1963 in Libanon geboren wurde und mittlerweile in Frankreich lebt. Doueiri arbeitete viele Jahre lang als Kameraassistent von US-Regisseur Quentin Tarantino und bei dessen Werken wie „Pulp Fiction“ und „Reservoir Dogs“ mit.

Neben „The Insult“ gingen am Donnerstag auch zwei hochkarätig besetzte Hollywoodproduktionen ins Rennen um den Goldenen Löwen: Guillermo del Toro („Pans Labyrinth“) legte mit „The Shape Of Water“ ein märchenhaftes Drama vor, bei dem sich Sally Hawkins in ein mystisches Wesen verliebt. In weiteren Rollen sind Michael Shannon, Richard Jenkins und Octavia Spencer zu sehen.

Paul Schrader hingegen, der mit seinen Drehbüchern zu „Taxi Driver“ und „Wie ein wilder Stier“ Geschichte schrieb, brachte den Film „First Reformed“ nach Venedig. Darin lernt ein Geistlicher (Ethan Hawke) eine junge Frau (Amanda Seyfried) aus seiner Gemeinde kennen und wird so in den Kampf gegen Umweltverschmutzung involviert. 

„Wer Hoffnung für die Menschheit und den Planeten hat, hört nicht richtig zu“, sagte Regisseur Schrader. „Ich glaube nicht, dass die Menschheit dieses Jahrhundert überlebt.“ Ressourcen seien bald verbraucht. „Meine Generation hat den Planeten für zukünftige Generationen ziemlich gut kaputt gemacht.“

dpa

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