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Kultur im Rest der Welt Berliner Kultursenator: Neustart bei Einheitsdenkmal nötig
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11:42 08.04.2017
Die Computergrafik zeigt den Entwurf für das in Berlin geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal. Dieses soll an die friedliche Revolution in der DDR erinnrn. Quelle: Milla & Partner/milla & Partner/dpa
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Berlin

Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer hat einen völligen Neustart beim geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmal gefordert. „Das jahrelange Hin und Her um das Projekt hat dem Denkmal schon so geschadet, dass es Zeit ist für ein Innehalten“, sagte der Linken-Politiker.

„Wir sollten das Areal vor dem Schloss freilassen, die Sache beerdigen und die Diskussion noch einmal ganz neu führen.“ Der Bundestag hatte das Denkmal zur Erinnerung an die friedliche Revolution in der DDR und die Wiedergewinnung der Deutschen Einheit schon 2007 beschlossen. Vor einem Jahr stoppte der Haushaltsausschuss des Bundestags das Projekt wegen einer Kostensteigerung von zehn auf fünfzehn Millionen Euro, im Februar einigten sich Union und SPD dann doch auf eine Fortsetzung.

„Ich glaube, es gibt kaum noch Leute, die wirklich mit Enthusiasmus auf dieses Projekt schauen. Jeder will es nur noch irgendwie hinter sich bringen“, sagte Lederer, der schon lange zu den Kritikern gehört.

Seiner Ansicht nach wird die mit dem Denkmal gedachte Verbindung von Freiheit und Einheit der historischen Entwicklung von 1989/90 nicht gerecht. Zudem löse der Standort auf dem Sockel des einstigen Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals neben dem rekonstruierten Berliner Schloss falsche Assoziationen aus.

Und schließlich symbolisiere die von dem Stuttgarter Designer Johannes Milla vorgeschlagene Form einer begehbaren, absenkbaren Waage nicht angemessen den demokratischen Gedanken. „Demokratie hat mehr mit Freiheit, mit Eigensinnigkeit und Widerspruchsgeist zu tun als mit dem behäbigen Hin- und Herschwenken eines durch Massen bewegten Pendels“, so Lederer.

Der Linken-Politiker warf den Koalitionsspitzen vor, die neuerliche Kehrtwende nach „Basta-Manier“ zu betreiben: „Das ist das genaue Gegenteil von dem, wie man so einen Prozess hinbekommen sollte, wenn man mehr will als irgendein Stadtmöbel“, sagte er.

In dem Zusammenhang griff er den früheren Vorschlag von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) wieder auf, das Brandenburger Tor zum Symbol der Deutschen Einheit zu erklären. „Mit Berlin und dem Mauerfall wird weltweit die Mauer selbst oder das Brandenburger Tor als Wahrzeichen identifiziert - wechselvolle Geschichte hin oder her. Dem kann man nur beipflichten.“

dpa

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