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Cannes: Provokatives Vergewaltigungsdrama mit Huppert

Cannes Cannes: Provokatives Vergewaltigungsdrama mit Huppert

Isabelle Huppert verkörpert in „Elle“ eine Frau, die vergewaltigt wird - und ein verstörendes Spiel mit dem Täter beginnt. Ebenfalls im Wettbewerb: Der neue Film des Iraners Asghar Farhadi.

Cannes. Ein provokatives Vergewaltigungsdrama ist am Samstag beim Filmfest Cannes als einer der letzten Beiträge in den Wettbewerb gestartet. In der Hauptrolle von „Elle“ ist Isabelle Huppert zu sehen.

Sie spielt Michèle, eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die Zuhause von einem Unbekannten vergewaltigt wird. Sie schaltet aber nicht die Polizei ein. Stattdessen entwickelt sich eine Beziehung aus Lust, Gewalt und Kontrollverlust. Regie führte der Niederländer Paul Verhoeven (77, „Basic Instinct“, „RoboCop“).

„Der Film ist voll von Doppeldeutigkeiten“, sagte die 63-jährige Huppert („Liebe“, „Die Klavierspielerin“) vor der Premiere am Abend. So gehe es nicht nur um moralische Fragen. „Sie (Michèle) weigert sich, ein Opfer zu sein. (...) Das ist ihre Intuition.“ Die Hauptfigur lasse sich nicht zerstören.

Huppert betonte, der Film erzähle nur die Geschichte dieser einen Frau und solle nicht als generelles Statement verstanden werden. „Elle“ ist eine deutsch-französisch-belgische Koproduktion. In einer Nebenrolle ist der Deutsche Christian Berkel zu sehen.

Auch bei dem Iraner Asghar Farhadi, der für „Nader und Simin - eine Trennung“ den Oscar gewann, geht es um den Umgang mit einer gewalttätigen Attacke. In „Forushande (The Salesman)“ wird Rana ebenfalls Zuhause von einem Unbekannten angegriffen und schwer verletzt.

Auch sie will nicht zur Polizei gehen, aus Angst und Scham, ihr Gesicht und ihre Würde zu verlieren. Da der Täter bei seiner Flucht jedoch verschiedene Gegenstände liegengelassen hat, versucht Ranas Mann Emad, ihn zu finden.

Einmal mehr entfaltet Farhardi eine Geschichte um Schuld und Vergebung. Sein Werk entwickelt dabei Parallelen zu dem Theaterstück „Tod eines Handlungsreisenden“ von Arthur Miller, das die Hauptdarsteller im Film abends aufführen.

Anders als bei „Nader und Simin“ gelingt es Fahrhadi allerdings nicht, eine vielschichtige Geschichte zu erzählen, die über die offensichtlichen Ereignisse hinausgeht. Stattdessen lässt der Regisseur dieses Mal mit „Forushande“ zu viele Fragen offen.

dpa

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