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Kultur im Rest der Welt Chipperfields Empfang für die Berliner Museumsinsel
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16:42 11.01.2018
Blick durch ein Brückengeländer 71 auf die im Bau befindliche James-Simon-Galerie, das künftige Eingangsgebäude zur Berliner Museumsinsel. Quelle: Paul Zinken
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Berlin

Ein Säulengang mit 110 superschlanken Betonstützen - so hebt sich das künftige Empfangsgebäude für die Berliner Museumsinsel aus dem Wasser der Spree. Dahinter das preisgekrönt renovierte Neue Museum mit der Büste der Nofretete, daneben das weltberühmte Pergamonmuseum, das derzeit saniert wird.

Rund 8000 Menschen am Tag sollen von 2019 an in der sogenannten James-Simon-Galerie ihren Besuch des einzigartigen Kulturensembles beginnen. Das von Stararchitekt David Chipperfield entworfene Haus bietet einen gemeinsamen Kartenverkauf, ein Café, Garderoben und einen Museumsshop. Auch ein Auditorium für 300 Menschen und ein fast 700 Quadratmeter großer Raum für Sonderausstellungen ist geplant.

„Seit dem Richtfest 2016 ist der Bau kontinuierlich vorangeschritten. Wir liegen voll in dem damals vereinbarten Zeit- und Kostenrahmen“, sagte Petra Wesseler, Präsidentin des verantwortlichen Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung, am Donnerstag bei einer Baustellenführung.

Und Bauherr Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, spricht von einem „brillanten Entwurf“, der die historische Substanz der angrenzenden Museen mit einer eigenen, modernen Architektur verbinde. „Damit bauen wir die Museumsinsel ins 21. Jahrhundert weiter.“

Von außen bestimmt ein mit Marmor versetzter Beton den Eindruck, innen herrscht feinst verarbeiteter Sichtbeton vor. Dazu gibt es Muschelkalkböden und viel Glas. Selbst die Streben für die Glasfassaden sind durchsichtig, um den Blick auf die Stadt und das gegenüber wiederaufgebaute Berliner Schloss nicht zu verstellen.

„Die James-Simon-Galerie feiert den öffentlichen Raum“, sagte Architekt Alexander Schwarz vom Büro Chipperfield. „Es ist in erster Linie ein Gebäude der Gastfreundschaft. Es wird dazu eingeladen, die Sammlungen zu sehen, vielleicht auch nur hier reinzukommen, vielleicht auch nur die Stadt anzuschauen.“

Freilich: So guter Dinge waren die Verantwortlichen keineswegs immer. Die Galerie, benannt nach dem großen jüdischen Museums-Mäzen James Simon (1851-1932), hatte eigentlich schon 2013 fertigwerden sollen. Doch Pfusch am Bau und Schwierigkeiten mit dem Baugrund sorgten immer wieder für Verzögerungen.

So mussten Taucher 1200 Pfähle in den schlammigen Boden treiben, um das Fundament zu sichern. Insgesamt stiegen die Kosten von anfangs 71 auf die beim Richtfest genannten 134 Millionen Euro. „Es waren viele technische Höchstleistungen erforderlich, aber das Gebäude spricht nicht darüber“, so Architekt Schwarz.

dpa

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