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Country-Star Glen Campbell mit 81 Jahren gestorben

Abschied Country-Star Glen Campbell mit 81 Jahren gestorben

In der US-Countrymetropole Nashville endet das Leben eines der größten Countrypop-Sänger. Lieder wie „Rhinestone Cowboy“ und „Wichita Lineman“ machten Glen Campbell zum Weltstar. Am Ende kämpfte er mit mutiger Offenheit gegen seine Alzheimer-Erkrankung.

Der Pop- und Country-Sänger Glen Campbell ist gestorben.

Quelle: Robert Sebree

Nashville/Berlin. Sein letztes Album erschien vor wenigen Wochen, es hieß - ganz sicher nicht zufällig - „Adiós“. Die zwölf Lieder waren eine tief berührende Abschiedsfeier des schon lange schwer kranken Country- und Popsängers Glen Campbell, voller Wehmut und Würde, mit Titeln wie „Funny How Time Slips Away“, „Am I All Alone“ und „Arkansas Farmboy“.

Campbell war selbst dieser Junge vom Lande, aus Delight/Arkansas. Und er lebte bis zum Ende seines Lebens hoch geehrt in der Welthauptstadt der Countrymusik, in Nashville/Tennessee. Dort starb der 81-Jährige am Dienstag „nach einem langen und mutigen Kampf gegen die Alzheimer-Krankheit“, wie seine Familie auf Campbells Facebook-Seite mitteilte.

Diesen Kampf trug der berühmte Musiker und Gelegenheitsschauspieler („True Grit“) seit 2011 auch öffentlich aus, etwa mit der Dokumentation „Glen Campbell: I’ll Be Me“. Ex-US-Präsident Bill Clinton würdigte den Künstler, womöglich würden seine Auftritte als weithin bekanntes „Gesicht“ der Altersdemenzkrankheit eines Tages sogar noch mehr anerkannt als seine Lieder.

Über 45 Millionen Platten hat Campbell laut Fachmagazin „Rolling Stone“ in einer von vielen Höhen und Tiefen geprägten, fast 60 Jahre umspannenden Karriere verkauft. Die Anlaufzeit dauerte allerdings rund zehn Jahre: Als Studiomusiker der „Wrecking Crew“ arbeitete Campbell seit Ende der 50er unter anderem mit Elvis Presley, Frank Sinatra und den Beach Boys, seine Soloprojekte blieben indes noch unter dem Radar.

Erst das Album „Gentle On My Mind“ brachte ihm Erfolg und kletterte 1968 hoch in die US-Charts. Künstlerisch noch überzeugender war kurz danach „By The Time I Get To Phoenix“, das Campbell einen Grammy („Album des Jahres“) einbrachte. Mit den Platten „Wichita Lineman“ und „Galveston“ setzte er sich an der Spitze der Hitparaden fest.

Die Titelsongs dieser hochmelodischen, meist knapp vor der Kitschgrenze haltmachendem Werke - es waren Lieder für die Ewigkeit, einige Jahre danach auch noch „Rhinestone Cowboy“ (1975). Campbell veredelte die Kompositionen mit seiner warmen, kraftvollen Stimme und einem „kristallklaren Gitarrensound“, wie der Rockmusiker Tom Petty, einer von vielen jüngeren Bewunderern, später feststellte. Den letzten Nummer-eins-Hit hatte der Sänger 1977 mit „Southern Nights“.

Während der 80er Jahren war Glen Campbell weniger erfolgreich, schaffte es aber immerhin, Depressionen, Drogen- und Alkoholsucht hinter sich zu lassen. Jüngere Countrysänger bezogen sich zwar auf den Veteranen, zogen aber kommerziell an ihm vorbei. Im Rentenalter angekommen, verlegte sich Campbell aufs Golfspielen. Eine der schönsten Stimmen des US-Countrypop schien verstummt zu sein.

Es waren bewegende Momente, als der damals 75-Jährige 2011 dem US-Sender ABC von seinem Leben mit Alzheimer und dem damit verbundenen Abschied von einem bewussten Leben erzählte. Ehefrau Kim Woollen assistierte ihm, wenn er sein Alter vergaß oder sich nicht mehr genau an das erste Rendezvous vor fast 30 Jahren erinnern konnte. Doch immer wenn der freundliche alte Herr auf die Musik zu sprechen kam, blühte er sichtlich auf.

Wie Johnny Cash in seinen letzten Krankheitsjahren schaffte es Campbell, mit einem großen Alterswerk abzutreten. Unterstützt von einer Vielzahl jüngerer Musiker wie Jacob Dylan, Chris Isaak und Billy Corgan, nahm er „Ghost On The Canvas“ auf - auch jenseits aller Betroffenheit über sein Alzheimer-Schicksal eine herausragende Songsammlung, mit wunderbaren Melodien und Texten voller Dankbarkeit oder auch fast naiv wirkender Religiosität.

Bei der letzten Tournee mit rund 150 Konzerten begleiteten ihn auf der Bühne drei seiner acht Kinder. „Das Publikum irgendwo da draußen löst bei ihm die Fähigkeit aus, diesen anderen Teil seines Gehirns zu nutzen. Es ist unglaublich“, erinnerte sich U2-Gitarrist The Edge.

Es sollte noch „See You There“ (2013) mit Einspielungen einiger seiner besten Songs folgen, aber bis zum „Adiós“ war es nun nicht mehr weit. Dieses allerletzte Album zu Lebzeiten hatte Glen Campbell wohl schon 2012/13 aufgenommen - bevor er sich zurückzog. Es kam zwei Monate vor seinem Tod in die Plattenläden.

dpa

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