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Kultur im Rest der Welt „Die Unglaublichen 2“ und mehr DVD-Tipps
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13:57 13.02.2019
Quelle: iStockphoto
Hannover

Searching. Ein Screenfilm – alles Geschehen findet auf Bildschirmen von Computern, Smartphones und Fernsehapparaten statt. Das ist nichts grundlegend Neues –man erinnert sich an eine derart gestaltete, wirklich witzige Experimentalfolge der Comedyserie „Modern Family“ und an den Gruselfilm „Unfriended“.

Aneesh Chagantys „Searching“ nun erzählt die glücklichtraurige Familiengeschichte der Kims aus San José. Die Mutter stirbt an Lymphdrüsenkrebs, der alleinerziehende Vater gibt sein Bestes mit der halbwüchsigen Tochter Margot. Eines Tages ist sie verschwunden, alle Kontaktversuche des Vaters enden ergebnislos. Stattdessen kommt er Geheimnissen auf die Spur. Das erste ist, dass Margot seit sechs Monaten nicht mehr am geliebten Klavierunterricht teilnahm. Das zweite, dass ihre „Social Media“-Freundschaften keine verlässlichen Freundschaften waren, dass sie vielmehr ein ziemlich einsames Leben führte.

John Cho, der Sulu aus den neuen „Star Wars“-Filmen, lässt die wachsende Verzweiflung und Ohnmacht seiner Figur spüren. Er spielt die Hauptrolle in einem packenden Thriller voller Mauspfeile, Klicksund überraschender Wendungen, der ganz nebenbei den Zerfall des Sozialen durch die Sozialen Medien, das Entfremdungspotenzial der digitalen Welten, die Verluste an Wirklichkeit aufzeigt.

Searching Quelle: Sony Pictures Home Entertainment

Die Unglaublichen 2. Schlimmer Schlag. Nicht Bob Parr alias Mr. Invincible sondern seine Gattin Helen alias Elastigirl soll Aushängeschild der Legalisierungskampagne für Supermenschen werden. Bob soll zu Hause beim Heldennachwuchs bleiben. Helen dagegen schwingt sich auf ein schnittiges Stretchbike, Bob schwingt den Staubsauger. Das nagt.

Die Handlung des Superhelden-Trickfilms „Die Unglaublichen 2“ knüpft direkt an den ersten an. Brad Bird, der schon beim Originalfilm Regie führte, macht seine Sache super. Er gibt den alten Kraftmeiern neuen Auftrieb. Doch ein Schurke namens Screenslaver torpediert die Helden-Rehabilitation, indem er diese hypnotisiert und zu Untaten zwingt.

Der Rahmen ist Komödie, gefasst ist darin eine Collage aus Familiendrama und Actionstück. Design und Musik sind cool wie in den frühen Bondfilmen mit Sean Connery. Ein Vergnügen für (nicht allzu kleine) Kinder und Eltern. Die Moral von der Geschicht: Allein ist man stark, zusammen stärker. Deshalb ist nichts so super wie Familie.

Die Unglaublichen 2 Quelle: Disney/Pixar

Black 47. „Black 47“ nennt man das schlimmste Jahr der irischen Hungersnot im 19. Jahrhundert. Die Kartoffelfäule und ihre fürchterlichen Folgen zogen eine Auswanderungswelle nach Amerika nach sich, die Menschen, die sich die Flucht nicht leisten konnten, verhungerten auf der Straße. Keine unausweichliche Tragödie, wie der irische Regisseur Lance Daly weiß, sondern das Ergebnis einer gnadenlosen britischen Kolonialpolitik.

Die Großgrundbesitzer in Irland verkaufen ihr Korn ins Ausland, statt das unglaubliche Elend der Einheimischen zu lindern und legen die Grundlage für den Hass und den Terror der folgenden Generationen. „Hau ab,Engländer, du hast hier nichts mehr verloren“, sagt der gejagte Rebell Feeney (der famose australische Schauspieler James Frecheville) zu seinem Verfolger (Hugo Weaving) und lässt ihn noch einmal laufen.

Feeney zog für England nach Afghanistan und kehrte in eine verlorene Heimat zurück, um zu erleben, wie die einzigen Überlebenden seiner Familie, Schwägerin und Nichte, in einem absichtsvoll von der Obrigkeit zerstörten Haus erfrieren. Wie der australische Outlaw Ned Kelly zieht er fortan in diesem rauen und gewaltvollen irischen Western gegen das erlittene Unrecht zu Felde und stellt dabei die den Briten verhasste gälische Sprache seiner Landsleute wie eine Fahne der Rache aus.

Ein eindrucksvoller, zorniger Historienfilm über ein fast in Vergessenheit geratenes Schandmal europäischer Geschichte, der bis in die Nebenrollen gut besetzt ist. Wenn Jim Broadbent als Landlord sagt, er sehne den Tag herbei, an dem ein gälisch sprechender Ire so selten in Irland sei „wie ein Indianer in Manhattan“, wird der Zuschauer zum Iren. Dass „Black 47“ es nicht ins Kino geschafft hat, gehört zu den Traurigkeiten des gegenwärtigen Kinos. In dessen Abwärtsspirale fliegen nur noch Superhelden hoch.

Black 47. Quelle: Ascot Elite

Alpha. Schlachttag im Steintal. Die Jäger hetzen gewaltige Urzeitbüffel. Der junge Keda (Kodi Smit-McPhee) wird von einem der Tiere aufs Horn genommen und geht mit ihm über die tödliche Klippe. Von seinem Stamm wird der Häuptlingssohn betrauert, aber er hat – unfassbar - den Sturz überlebt, und er überlebt auch den Angriff eines Wolfsrudels.

Einen verletzten Wolf pflegt er gesund, das Tier wird sein Begleiter auf dem langen Weg zurück. Hier ist „Alpha“, die Urgeschichte dessen, was uns Kino und Fernsehen seit 100 Jahren mit den Geschichten von Rin Tin Tin und Lassie erzählen. Zufall und Mitleid brachten laut Traumfabrik die Sache mit Mensch und Hund einst ins Rollen.

Landschaften aus Wirklichkeit und Computertrick durchstreifen Keda und Alpha, Landschaften, die Drogen für die Augen sind. Die Bilder (der Österreicher Martin Gschlacht führte die Kamera) sind extrem wuchtig. War je ein Film für Imax-Kinos gemacht, dann dieses Abenteuer.

Alpha Quelle: Sony Pictures Home Entertainment

Mission: Impossible – Fallout. Verschwundenes Plutonium. Ein gesichtsloser Top-Terrorist namens Jonathan Lark. Der „MI“-Fans bereits vertraute Anarchist Solomon Lane und seine Irrentruppe, die Apostel. Eine gefährliche Waffenhändlerin, die über Spione in allen Regierungen verfügt. Und eine CIA-Chefin, die Ethan Hunt einen ihrer Männer als Aufpasser unterjubelt und der möglicherweise nicht zu trauen ist.

Das sind die Koordinaten für den neuesten Weltrettungsjob, den Hunt und seine Leute bekommen – versteckt in einer Ausgabe von Homers „Odyssee“. Es geht auf der Jagd nach dem radioaktiven Material rund um die Welt für den modernen Odysseus um alles, denn die Apostel planen Atombombenangriffe auf den Vatikan, Jerusalem und Mekka.

Tom Cruise ist auch noch mit Mitte 50 fit wie der viel beschworene Turnschuh, und schon die erste halbe Stunde dieses Zweieinhalbstünders birgt Eindrucksvolles für zwei Staffeln Fernsehserie. Wie so oft geht es darum, die Bomben rechtzeitig auszuknipsen.

Die religiösen Irrwege unserer Tage werden dabei als Thema ebenso angerissen wie der Frieden zerbrechende politische Wahnwitz unserer Tage, aber nicht so vertieft, dass daraus ein tiefschürfender Politthriller mit einem gerüttelt Maß Action würde. Letztere inszeniert Regisseur Christopher McQuarrie immerhin mit aller Exzellenz. Unmöglich ist am Ende nur eins – von diesem Prachtstück der Reihe nicht bestens unterhalten zu werden.

Mission: Impossible – Fallout Quelle: Paramount

The Nun. Regel Nummer Eins für Klosterfrauen: Hast du eine Kellertür in deinem Kloster, auf der in Latein „Hier endet Gott“ steht und davor sind auch noch Hunderte Kreuze zur Sicherung aufgestellt, dann lasse sie verschlossen, egal, welche Gründe auch für eine Öffnung sprechen mögen. Was geschieht, wenn man anders verfährt, kann man dem rumänischen Beispiel des amerikanischen Films „The Nun“ entnehmen: Das unsagbar Böse entweicht seinem Gefängnis und schon sehr bald ist die Anreise von Exorzisten notwendig.

Der zwangsläufige Father Burke wird in „The Nun“ von dem mexikanischen Schauspieler Demián Bichir gespielt, der mit der Novizin Irene (Vera Farmigas kleine Schwester Taissa) anreist, um zu prüfen, ob noch alles heilig ist auf dem Boden der Abtei.

Corin Hardys Prequel zum „Conjuring“-Franchise erweist sich als wirksamer Standard-Horror, dessen hochragendes Schloss, nebelreiche Natur und ganze Atmosphäre an die alten „Dracula“-Filme der britischen Hammer-Studios erinnern. Im Verbund mit der bedrohlichen Filmmusik erscheint uns der Verbleib dort ganz schnell als keine besonders gute Idee. Die Entscheidung der beiden Besucher, dem dortigen Unterteufel Valak auf den Zahn zu fühlen, zieht ein paar kräftige Jumpscares und Schauer nach sich.

Als Freund von andersweltigem Gänsehautmumpitz kommt man jedenfalls einigermaßen auf seine Kosten. Schlauer geworden über die Motive des Quälgeistes im Nonnengewand ist man hinterher allerdings nicht. Entweder das Böse ist wie im „Faust“ ein Spieler eigenwilliger Fangspielchen mit dem Spielziel, Menschen ins Unglück zu stürzen. Oder man betrachtet sie/es als eine Art Glaubensprüfer, dann aber käme sie/es von einer Behörde, die nicht ohne Gottes Einwilligung tätig werden kann. Denn Gott endet nirgends.

The Nun Quelle: Warner

Die Protokollantin – Miniserie. Wenn Iris Berben als Verhörprotokollantin Freya abends in den hohen Fensterrahmen ihrer Wohnung steht, fröstelt man, soviel Einsamkeit ist in diesem Bild, soviel Entwichenes in ihrem Gesicht.

Freya Becker fühlt sich außerhalb des Lebens, fremd im Alltagsgetriebe. Sie vermisst ihre vor elf Jahren spurlos verschwundene Tochter Marie, und der Mann, dem sie die Schuld an ihrer Ermordung gibt, steht kurz vor der Entlassung aus dem Gefängnis.

Ein weiterer vermeintlicher Mädchenmörder wird mangels Beweisen von einem Berliner Gericht freigesprochen und so erfährt man schnell, was die Hauptfigur von Nina Grosses (Regie und Drehbuch) fünfteiliger Krimiserie umtreibt. Sie korrigiert Fehlurteile, sie ist eine Vigilantin, die dem Schmerz des Verlusts eine Antwort aus Gewalt gibt.

Die Atmosphäre hier ist stimmig, die Regisseurin stellt mit dem bemerkenswerten Peter „Babylon Berlin“ Kurth als neuem Chef der Mordkommission und Moritz Bleibtreu als Freyas schuldbeladenem kleinen Bruder Jo zwei große Schauspielkaliber an Berbens Seite, aber es ist die 68-jährige Hauptdarstellerin, die der streckenweise unglaublichen, zum Ende hin leider reichlich überdramatisierten Geschichte Halt gibt.

Mit grauen Haaren, ungeschminkten Augen und dem verhärmten Blick einer in der Vergangenheit gefangenen Frau, erfüllt Berben diesmal nicht das Klischee der späten Attraktion, der ewigen Schönheit. Und liefert eine ihrer besten Leistungen.

Die Protokollantin Quelle: Constantin

The Libertine. „The Libertine“ von 2004 ist die Verfilmung eines damals zehn Jahre alten Theaterstücks von Stephen Jeffreys. Erzählt wird darin die Geschichte von John Wilmot, des zweiten Earls von Rochester, eines Dichters und Verführers mit liederlicher Zunge und unstillbarer Lust auf Sex.

Johnny Depp liefert eine mangels Kinostart in Deutschland nahezu unbekannt gebliebene Figur seiner inzwischen reichhaltigen Mummenschanz-Galerie, das Porträt eines arrogant-flamboyant-impertinenten Aristokraten, der im postpuritanischen England des ihm zuweilen äußerst gewogenen Königs Charles II (John Malkovich) gewaltig über speziell männliche Stränge schlägt.

Parlamentarier soll er werden, und den politischen Fortgang zugunsten seines Fürsten beeinflussen. Charles‘ Shakespeare soll er werden. Und nimmt sich der Schaupielerin Elizabeth Barry (Samantha Morton) an, die seine zügellose Lust auf die „Begierden des Fleisches“ in etwas Liebesähnliches, ihn Schwächendes, abhängig Machendes zu verwandeln droht.

„Sie werden mich nicht mögen“, prophezeit Wilmot gleich zu Filmbeginn, und das hätte stimmen können, hätte man den Charakter (wie im Theater) mit Malkovich besetzt. Depp aber, Hauptdarsteller einer stattlichen Reihe ungewöhnlicher Filme und überdies unser vergnüglichster Pirat ist auch als Erotomane und kreativ zur Neige gehender Poet sehenswert, der glaubt, seinen König auf der Bühne ungestraft lächerlich machen zu dürfen.

„Sex, Drugs and Roccoco“ ist der Untertitel eines Kostümfilms, der der Zote frönt und dessen trübe Bilder (das Licht erinnert an Kubricks „Barry Lyndon“) vom Dunst des Eros dampfen. Bis er am Ende mit einem von der Syphilis gezeichneten Helden, dem sein royaler Gönner und seine wahre Liebe die Gunst entziehen, enttäuschend ins Leere scharwenzelt. Regisseur Laurence Dunmore hat bis auf den heutigen Tag keinen weiteren Film gedreht.

The Libertine Quelle: Koch Media

New Worlds - Miniserie. Es ist derselbe König wie in „The Libertine“ – Charles II. erscheint in der Miniserie „New Worlds“ allerdings als kalter, Ränke schmiedender, überall Verrat witternder Unsympath auf dem englischen Thron, der nicht vergeben kann, dass sein Vater hingerichtet wurde, der die Anhänger Cromwellscher Ideen bis in die amerikanische Provinz verfolgt, um neuerlichen republikanischen Bestrebungen ein für alle Mal den Garaus zu machen.

Erzählt wird in der Miniserie „New Worlds“, wie die Alte Welt versucht, die Neue Welt unter Kontrolle zu behalten, und wie sich die Kräfte der Distanzierung formieren, die im Jahrhundert darauf die Amerikanische Revolution befördern. Die Bewohner von Massachusetts kommen dabei keineswegs als reine Sympathieträger davon – sie betrügen die Ureinwohner und schenken ihnen mit Pockenerregern verseuchte Decken.

In einer schlichten Inszenierung mit nicht immer überzeugenden Dialogen spielt unter anderem eine Handvoll Stars aus „Game of Thrones“ - Joe Dempsie, Michael McElhatton, Donald Sumpter, James Cosmo und Nell Tiger Free.

New Worlds Quelle: Tiberius Film

Hotel Transsilvanien 3 – ein Monsterurlaub. Dracula, Frankensteins Monster, die Mumie, der Unsichtbare, der Werwolf plus eine Reihe mehr oder weniger bizarrer Ungetüme der zweiten und dritten Horrorliga sind wieder auf dem Bildschirm versammelt.

Erst werden sie von dem ebenfalls recht monströs geratenenen Monsterjäger Abraham van Helsing verfolgt, dann wird eine Monsterhochzeit zum reinen Horror, und schließlich versteht Dracula die „Assistentin“ seines Smartphones nicht. Kurz vorm Burn-out verordnet seine Tochter Mavis ihm und der ganzen transsilvanischen Kreaturengang eine Auszeit, Wellness, Urlaub.

Auf einen ziemlich schlimmen Flug zum Bermudadreieck (mit Gremlins als Bordcrew) folgt eine abenteuerliche Kreuzfahrt auf einem imposanten Luxusliner nach Atlantis, bis am Ende alle wieder froh sind, zuhause zu sein. Vor allem Dracula, Witwer seit einem Jahrhundert, der sich in die blonde Kapitänin Ericka verliebt, die ein (beinahe) tödliches Geheimnis birgt.

Visuell ist das alles überaus gelungen, obwohl die Animationen nicht die Pixarklasse haben. Die Gagdichte indes ist zwar hoch, die Zahl der zündenden Gags geht allerdings gegen null. Vampire mit Blähungen dürften zumindest die jüngsten Kinofans erheitern, die eindeutig die alleinige Zielgruppe dieser Komödie sind. Und die Botschaften sind die üblichen: Hass ist Mist, Familie und Liebe sind gut – don’t worry, be happy.

Problem: Wie sollen diese Kleinen später, wenn sie größer sind, in anderen Filmen einen Vampirfürsten ernstnehmen und fürchten, den sie in Shorts und Hawaiihemd über die Planken grooven sahen.

Hotel Transsilvanien 3 – ein Monsterurlaub Quelle: Sony Pictures Home Entertainment

LBJ –John F. Kennedys Erbe. Lyndon B. Johnson war der Präsident, der nach der Ermordung des „Paradepferds“ John F. Kennedy 1963 dessen Nachfolge antrat und im Schatten von dessen Charisma und seiner mit dem frühen Tod noch gewachsener Popstar-Präsenz als „Ackergaul“ dessen historisches Werk des Civil Rights Act durchsetzen muss.

Rob Reiner, Regisseur von Klassikern wie „Stand By Me“ (1986), „The Princess Bride“ (1987), „Harry und Sally“ (1989) und „Misery“ (1990) ist, das zeigt sich hier, kein Meister des Politdramas. Sein Porträt kann mit dem im selben Jahr entstandenen, dichten HBO-Drama „All the Way“ (das war Johnsons Wahlkampfmotto bei den Vorwahlen 1959) von Jay Roach nicht mithalten, weil es zu sehr dem klassischen Biopic-Muster folgt, statt nach einem originellen Weg zu suchen.

Und auch der so oft überragende Woody Harrelson kann sich unter seiner allzu gummihaften Maske nicht wirklich mit der Darstellung Bryan Cranstons in „All The Way“ messen. Was dennoch sichtbar wird, ist, wie zerrissen Johnson, der zögernde Fraktionsvorsitzende der Demokraten 1959 ist, gegen Kennedy anzutreten, weil er Angst hat, vom Volk nicht geliebt zu werden.

Und wie zerrissen das Land dann nach den Schüssen von Dallas ist. Johnson versucht die Nation zu heilen, was ein Titanenjob ist. Sein Weg, die Bürgerrechte für Schwarze durchzusetzen, hätte jedoch stärkere Dramatisierung vertragen. Der Stoff ist einer, der bis in die Gegenwart ragt. Auch derzeit werden in den USA Heiler gesucht.

LBJ –John F. Kennedys Erbe Quelle: Koch Media

Mamma Mia! Here We Go Again. Es war einmal und ist nicht mehr. Donna (Meryl Streep) ist tot. Ihr Porträt hängt im Foyer des Hotels Bella Donna, das Tochter Sophie (Amanda Seyfried) neu eröffnen will. Von deren Daddy-Trio hat es nur Donnas Witwer Sam (Pierce Brosnan) zur Feier geschafft. Ein Sturm zieht herauf. Kein Fährverkehr, keine Partygäste. Und Sky, Sophies Liebster, will zurück in die USA. Geht’s noch trüber?

Dabei sind wir doch in der Fortsetzung von „Mamma Mia!“. Der Film zum Bühnenmusical lief 2008, bevor Hellas Europas Buhland wurde, und machte uns Lust auf Griechenlandurlaub. Und auf die alten Abba-Platten. Damit einem ob der desolaten Gegenwart der Heldin nicht die Tränen kommen, wird in Rückblenden erzählt, wie das 1979 alles passierte mit Donnas Schwangerschaft und Sophies drei Vielleicht-Daddys Sam, Bill und Harry.

Der schrägste Gag des Films ist Cher. Der Popstar spielt Sophies Oma Ruby, einen Popstar, der per Helikopter heranknattert. Urgroßmutter wird sie, sieht aber so straff aus, als sei sie selbst erst vor drei Monaten zur Welt gekommen.

Und trifft hier prompt ihre eigene Lebensliebe wieder, Sophies Hotelmanager Fernando (Andy Garcia). Den erinnert sie dann mit dem gleichnamigen Lied an die gemeinsame Zeit, als sie im mexikanischen Freiheitskampf mit Rifles den Rio Grande überquerten. Das ist 100 Jahre her, denkt man denn doch etwas verwundert.

Mamma Mia! Here We Go Again Quelle: Universal

Von Matthias Halbig

Vom 7. bis 8. September findet in Berlin das fünfte Lollapalooza statt. Nun haben die Veranstalter das umfassende Line Up für das diesjährige Festival bekannt gegeben. Mit dabei sind große Namen wie Scooter, Kings of Leon und Twenty One Pilots. Alle Acts im Überblick.

13.02.2019

Die Ära Kosslick geht zu Ende: Deutschlands Filmschaffende verabschieden sich vom langjährigen Direktor der Berlinale. Der 70-Jährige wurde am Dienstagabend selbst mit einem Preis geehrt.

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Seine Erfindung hat Bestand bis heute, auch wenn die Zeiten des Typenhebel-Kuddelmuddels der mechanischen Schreibmaschinen lange vorbei sind: Am 14. Februar vor 200 Jahren wurde der Farmersohn Christopher Latham Sholes geboren – der Mann, von dem das Tastaturlayout der Computerkeyboards und Smartphones stammt.

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