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Ein ARD-„Rommel“ mit Stärken und Schwächen

Medien Ein ARD-„Rommel“ mit Stärken und Schwächen

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Ulrich Tukur als Erwin Rommel bei den Dreharbeiten zum Film «Rommel». Foto: Franziska Kraufmann

Hamburg. „Wenn Rommel an der Westfront steht, kann Deutschland ruhig schlafen!“ - mit so markigen Sprüchen in der „Wochenschau“ und der gleichgeschalteten Presse wurde Rommel im Zweiten Weltkrieg zum Mythos aufgebaut.

Generalfeldmarschall Erwin Rommel - wegen seines Afrika-Einsatzes bereits zum "Wüstenfuchs" erkoren - galt als größter Held der Wehrmacht. Bis heute wird er von Manchen verehrt und verklärt, sogar im Ausland. Eine ehrgeizige Sechs-Millionen-Euro-Produktion will jetzt ein differenziertes Bild des Mannes zeigen, der im Oktober 1944 von den Nazis zum Selbstmord gezwungen wurde: Mit Ulrich Tukur verfilmte der Autor und „Tatort“-Regisseur Niki Stein in „Rommel“ die letzten Monate eines allzu zögerlichen Menschen im Konflikt zwischen Gehorsam und Widerstand. Das „Erste“ zeigt den Film am Donnerstag um 20.15 Uhr.

Heftige Auseinandersetzungen hatte es um die von Historikern begleitete teamWorx-Produktion im Auftrag des Südwestrundfunks (SWR) und der ARD-Tochter degeto gegeben. Zunächst wurde eine Drehbuchfassung von der Filmförderung abgelehnt. Im vorigen Jahr sah die Familie des Rommel-Sohns Manfred (83), lange Oberbürgermeister (CDU) von Stuttgart, das Ansehen ihres Vorfahren verunglimpft. Dessen Wandlung vom Hitler-Bewunderer zum Hitler-Kritiker sei unzureichend wiedergegeben, kritisierte sie das Buch. Inzwischen gilt der Streit als beigelegt. „Wir haben in unfassbarer Akribie gearbeitet. Neunzig Prozent der Szenen haben sich tatsächlich so zugetragen“, versprachen Stein und Produzent Nico Hofmann („Dresden“, „Die Flucht“) bei einer Voraufführung in Hamburg. Allerdings ist unter Experten bis heute unklar, wie der Generalfeldmarschall historisch einzuordnen ist.

Mit blitzend goldenen Kragenspiegeln, das Ritterkreuz am Hals, speist im Film Tukurs Rommel im Frühjahr 1944 im kleinen Kreis von Offizieren im Gobelinsaal eines Schlosses im französischen La Roche-Guyon. Als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B soll er den Atlantikwall gegen die Westalliierten verteidigen. Doch der abwesende Hitler (mild karikierend: Johannes Silberschneider) verkennt die Lage, die Männer befürchten den Durchbruch der Front. Da wagen Stabschef Speidel (Benjamin Sadler) und Oberst Finckh (Jochen Noch), die Kontakt zum Widerstand um Stauffenberg haben, den Vorstoß: Rommel sei der geeignete Mann, den Krieg zu beenden. Notfalls müsse man den Führer erschießen. Rommel ist irritiert, zögert. „Speidel, Sie sind ja ein rauer Krieger“, sagt er - und isst weiter.

Eine Schlüsselszene des zweistündigen, durchaus spannenden Films, der mit 340 Darstellern vor allem in Frankreich, auf dem Obersalzberg und in Baden-Württemberg gedreht wurde. Bei hoher faktischer Authentizität und mit hochkarätiger Schauspieler-Riege weist sie auf Rommels Dilemma: sein Sympathisieren mit den Männern, die dem sinnlosen mörderischen Krieg ein Ende machen wollen einerseits, sein Ehrgeiz und die Verbundenheit mit dem soldatischen Eid andererseits. Sein kraftloses Nicht-Handeln kostete Rommel durch einem Tiefflieger-Angriff am 17. Juli die Gesundheit - und später das Leben, da das Regime ihn umstürzlerischer Ideen verdächtigte.

Die La Roche-Guyon-Szene offenbart zugleich Stärken und Schwächen der filmischen Umsetzung. Die vielen Uniformträger im prächtigen Schloss, im idyllischen Landhaus der Familie Rommel oder auch in den ständig vorfahrenden Nobelkarossen ergeben ein sicher stimmiges Ambiente - das durch original „Wochenschau“-Kriegsaufnahmen noch ergänzt wird. Jedoch dürfte das Erkennen der historischen Personen dem normal informierten Zuschauer nicht immer leicht fallen. Auch deren dauernden militärischen Lagebesprechungen ist am besten mit Vorwissen zu folgen. Mit viel äußerem Aufwand wird Stein dabei seinem Anspruch, innere Entwicklungsprozesse herauszuarbeiten, nur in Ansätzen gerecht. Er bietet eher Schlaglichter.

Trotz eindrucksvoller Darsteller - allen voran Tukur, der seinen hier jovial-charmanten, nicht unsympathischen schwäbischen Landsmann weder denunziert noch heroisiert - löst auch Steins Film das Rätsel „Rommel“ nicht.

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