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Kultur im Rest der Welt Eine geheime Premiere
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12:15 16.12.2015
Han Solo (Harrison Ford, rechts) kehrt im siebten Teil der Reihe zurück. Quelle: LUCASFILM

Sie waren alle, alle da: Die „Star Wars“-Darsteller“ Harrison Ford und Adam Driver, Oscar Isaac, Carry Fisher, John Boyega und Daisy Ridley – und einige Hundert geladene Gäste. Aber auch nach der großen Premiere bleibt es bei der Geheimniskrämerei. Die Besucher der Gala im Hollywood and Highland Complex von Los Angeles wurden gebeten, doch bitte Stillschweigen über „Star Wars VII – Das Erwachen der Macht“ zu bewahren. Und deutsche Filmkritiker mussten nach den deutschen Pressevorführungen am Dienstag ein Embargo unterschreiben, detaillierte Filmkritiken erst ab heute,Mittwoch, 9.01 Uhr, zu veröffentlichen. Zeitungen können erst Donnerstag berichten. Ein paar kleine Geheimnisse sollen dennoch schon verraten werden, mehr Grundsätzliches als Details.

Der Film sieht erst einmal herrlich echt und altmodisch aus. Den leblosen Computergrafik-Look von George Lucas’ zweiter „Star Wars“-Trilogie hat Regisseur J. J. Abrams strikt vermieden. Drei Jahrzehnte nach der Schlacht von Endor und den Jubelhüpfern der Ewoks wirkt die Welt von Luke und Prinzessin Leia wieder so gebraucht, rostig und analog wie 1977, als der „Star Wars“-Spaß begann. Die Waffen der Sturmtruppler haben auch wieder richtigen Rückstoß, der Weltraum ist voller Feuerbälle. Einmal ist echtes Blut zu sehen. „Star Wars“-Figuren haben also Adern.

„Star Wars VII – Das Erwachen der Macht“ wirkt sehr rostig und schön analog.

Der Film sieht groß aus, geradezu gigantisch. Der Großteil der Zweieinviertelstunden von „Star Wars VII“ wurde auf 35-Millimeter Film gedreht. Und erstmals wurden Imax-Kameras benutzt. Wer also die Möglichkeit hat, „Star Wars VII“ in einem Imax-Kino zu sehen, der sollte nicht zögern. Wenn über dem Zuschauer ein gigantischer Sternenzerstörer in 3-D hängt, zieht er den Kopf automatisch ein.

Die lustigste Figur ist der Kugelroboter BB-8, ein Rollon-Comedian, der niedlich und zurückhaltend piept und zwitschert. Und dem Publikum nicht mit Text auf den Nerv geht, wie es das geschwätzige Aquakamel Jar Jar Binks in „Star Wars I“ tat. Binks taucht anderslautenden Gerüchten zum Trotz nicht mehr auf. Man sieht noch nicht mal seine Knochen in der Wüstensonne bleichen – wie es Regisseur J. J. Abrams laut Vanity Fair eigentlich vorhatte. Gut so.

Der große Gänsehautmoment ist eigentlich schon aus den Trailern bekannt, wirkt aber im szenischen Zusammenhang noch besser: wenn Han Solo und Chewbacca ihr altes Schiff, den Millennium Falken, nach langer Zeit wieder betreten. Schon am Set waren – so berichtete Lucasfilm-Chefin Kathleen Kennedy – 200 Leute ergriffen beim Drehen der Falken-Szene. Über Luke Skywalker soll geschwiegen werden. Embargo. Eines aber doch: Luke ist weg. Die Guten wollen ihn wieder haben. Die von der dunklen Seite der Macht wollen den letzten Jedi-Ritter dagegen vernichten. Damit es nie mehr heller wird auf der Welt. Ob ihnen das gelingt, erfahren die Fans ab Donnerstag im Kino.

Matthias Halbig

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