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Kultur im Rest der Welt „Elfenfrei seit 2013“: Der besondere fantastische Verlag „ohneohren“
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14:14 08.12.2017
Kampferprobt: Verlegerin Ingrid Pointecker (rechts) mit Autorin Melanie Schneider. Quelle: ohneohren
Wien

„ohneohren“: Sein Credo trägt dieser kleine, feine Verlag für fantastische Literatur bereits im Titel. Die Ohren stehen dabei symbolisch für Elfen und die wiederum stellvertretend für herkömmliche Fantasyliteratur. „Wir sind elfenfrei seit 2013“, sagt stolz die junge Wiener Verlegerin Ingrid Pointecker, die mit ihrer schwarzen Lockenmähne selbst in einen ihrer Romane passen würde. „Ich mache die ungewöhnlichen Geschichten, die große Verlage nicht wollen“, sagt die 31- Jährige. Sie betreibt den Verlag als One-Woman-Show mit der Hilfe von Freiberuflern. Die Website und das Verlagsprogramm sind mit viel Herzblut gestaltet. Auch in Deutschland ist der Verlag regelmäßig auf fantastischen Leseevents vertreten, zum Beispiel bei der BuchCon im Rahmen der Frankfurter Buchmesse oder der Phantastika in Oberhausen.

„Unser wichtigster Mitarbeiter“, sagt Ingrid Pointecker. Quelle: ohneohren

Von Dark und Urban Fantasy über Steampunk und fantastischen Humor bis hin zu Science-Fiction sind viele Untergenres vertreten. Da geht es um Katzen aus dem Alten Ägypten, die Diskrepanz zwischen einer digitalen Spielwelt und der Realität einer gemobbten Schülerin, eine von einer Sintflut zerstörte Welt oder einen Professor für Sinn und Unsinn, der sich auf die Suche nach verschwundenen Farben begibt. Farbe bringt auch der Verlag ohneohren in die Welt der Fantastik: Jenseits des Mainstreams werden hier auch satirische und dystopische Töne angeschlagen. Frei nach dem Motto von Ray Bradbury: „A book is a loaded gun.“ In Abgrenzung zur High Fantasy – epische Geschichten im Stil von J. R. R. Tolkien – gibt es bei ohneohren zudem die kleine Form der Low Fantasy. Regelmäßig erscheinen Anthologien mit Kurzgeschichten, für die es Ausschreibungen gibt. Die tragen so schöne Titel wie „Die Helden-WG. 3 Zimmer, Küche, Axt“, „Heimchen am Schwert. Femtasy mit starken Frauen“ oder „Kein Weltuntergang. Was machen HeldInnen, wenn die Welt doch nicht untergeht?“

Die Schreibmaschine ist das Markenzeichen des Verlages. Quelle: ohneohren

Unter dem Pseudonym Mia Faber schreibt Pointecker auch selbst über postapokalyptische Welten („Unruh – Das Ticken des Uhrwerks“) oder erzählt die Vorgeschichte zu einer alten angelsächsischen Sage („Wolfsbaum“), allerdings bei anderen Verlagen. Auch über eine einstige Elfenkriegerin („Herbstsplitter“) hat die Autorin schon fabuliert. Und bei ihrem Verlag – Ist das Elfentabu unumstößlich? Pointecker grinst: „Naja, wenn es um eklige Elfenzombies geht, können wir noch mal drüber reden.“

Der Verlag: www.ohneohren.com; Ingrid Pointecker als Autorin: www.ingridpointecker.at

Von Nina May/RND

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