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Kultur im Rest der Welt Emotionale Trauerfeier - Abschied von Umberto Eco
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18:04 23.02.2016
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Mailand

Mit einer bewegenden Trauerfeier haben in Mailand Hunderte Menschen Abschied von Umberto Eco genommen. Familie, Freunde und Wegbegleiter erinnerten am Dienstag in der nicht-religiösen Zeremonie an den Autor und Philosophen, der am Freitag im Alter von 84 Jahren gestorben war.

Vor dem Schloss im Zentrum der Stadt standen Hunderte Menschen an, um bei der Trauerfeier dabei sein zu können.

Im Innenhof wurde der schlichte, mit Blumen geschmückte Holzsarg des Schriftstellers und Sprachwissenschaftlers aufgebahrt. Zahlreiche Freunde und Verwandte erinnerten in kurzen Ansprachen an Eco. „Dich als Großvater zu haben, hat mich mit Stolz erfüllt“, sagte sein Enkel Emanuele laut Nachrichtenagentur Ansa. Nach der Zeremonie sollte Ecos Leichnam eingeäschert und im engsten Familienkreis beigesetzt werden.

Während der Trauerfeier wurde das Stück „La Follia“ von Arcangelo Corelli gespielt. „Es ist ein Stück, das uns schon immer begleitet hat und das mein Mann sehr geliebt hat“, sagte Ecos deutsche Witwe Renate Ramge dem TV-Sender Rai. „Es soll ein Gedenken in Musik sein.“

Auch Italiens Kulturminister Dario Franceschini, Bildungsministerin Stefania Giannini und Oscar-Preisträger Roberto Benigni erinnerten an Eco, der mit dem Roman „Der Name der Rose“ einen Welterfolg hatte. „Wir haben einen Meister verloren, aber nicht seine Lektion“, sagte Giannini. Mailands Bürgermeister Giuliano Pisapia würdigte Ecos „kulturellen und bürgerlichen Mut“. Der Italiener hatte bis zu seinem Tod mit seiner Frau in der norditalienischen Metropole gelebt.

Eco, der lange als Professor für Semiotik gearbeitet hatte, startete seine literarische Karriere erst spät. Er war Sprachwissenschaftler und Philosoph und engagierte sich gegen die Politik des langjährigen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Sein Tod hatte in Italien und in aller Welt Bestürzung und Trauer ausgelöst. Am Samstag soll posthum sein letztes Buch erscheinen. Es ist eine Kolumnensammlung unter dem Dante-Vers-Titel „Pape Satan Aleppe“.

dpa

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