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„Es tut im Herzen weh“: Mainz sagt Rosenmontagszug wegen Sturms ab

Mainz „Es tut im Herzen weh“: Mainz sagt Rosenmontagszug wegen Sturms ab

Er ist das Highlight der Meenzer Fassenacht, normalerweise: Der Rosenmontagszug mit Hunderttausenden Besuchern. Doch nicht dieses Jahr. Ausgebremst haben ihn keine Terrorwarnung oder andere Sicherheitsbedenken - sondern ein Sturmtief.

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Eine Familie zieht in Mainz traurig durch die leeren Straßen.

Quelle: dpa

Mainz . Es ist eine bizarre Situation am Sonntagabend in Mainz. Während am Fastnachtsbrunnen in der Innenstadt gesungen, geschunkelt und gegrölt wird, verkündet der Mainzer Carnevals Verein (MCV) ein paar Hundert Meter weiter einen jähen Schlag für die Narrenwelt: Die erste witterungsbedingte Absage des traditionellen Mainzer Rosenmontagszugs überhaupt. Seit Monaten werde über die Terrorgefahr gesprochen und nach der Kölner Silvesternacht dann über Rückzugsräume für Frauen, sagt der Sprecher der Zugleitung, Claus Aulenbacher. „Und am Ende macht uns die Natur einen Strich durch die Rechnung.“

Die liebevoll gebauten Motivwagen werden in den Hallen und Garagen bleiben müssen und die Tribünen unweit des Doms leer. Binnen kurzer Zeit verbreitet sich die Nachricht unter den Feiernden in der Altstadt. „Was? Das kann doch gar nicht sein“, sagt ein als Drache verkleideter Mann, bevor er einen weiteren Schluck aus einer Sektflasche nimmt. Seine Begleiterin, die als Smiley daherkommt, wirkt gefasster und meint: „Die werden schon ihre Gründe haben.“

Grund ist Sturmtief „Ruzica“. Das soll pünktlich zu Rosenmontag Sturm und Regen nach Mainz und in andere Karnevalshochburgen bringen. Es könne Böen von bis zu 100 Stundenkilometern geben, sagt Björn Patzke von der Feuerwehr Mainz.

Entscheidend für die Absage war auch, dass der Deutsche Wetterdienst eine langanhaltende Sturmphase fast über den gesamten Montag vorhergesagt hat. Schon morgens, wenn sich die Zugteilnehmer aufstellen würden in einem Bereich mit vielen Bäumen, könne es gefährlich werden. Und auch der Ort, an dem sich der Zug wieder auflöse, sei schon immer sehr windanfällig gewesen. „Es nützt nichts, dass die Wagen gut durch den Zug kommen, danach aber weggeweht werden“, stellt Aulenbacher fest.

Der Präsident des Mainzer Carneval Vereins (MCV), Richard Wagner, umschreibt die Gemütslage der Narren an diesem Abend so: „Es tut mir im Herzen weh.“ Es werde sicher Kritik geben, wenn der Wind dann doch nicht so stark werde. Aber die Sicherheit für Teilnehmer und Besucher gehe vor. „Wenn auch nur ein Dachziegel runterfällt und jemanden trifft, möchte ich nicht mehr dabei sein“, sagt Wagner.

Alles andere als Hochstimmung auch beim Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). „Es sticht ins Herz“, meint er zur Absage. „Das ist mehr als schade, aber es ist nicht das Ende der Fröhlichkeit in Mainz.“ Während er das sagt, gehen bei MCV-Vertretern in dem Saal der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz zahlreiche Handyanrufe von Garden und Vereinen ein. Immer wieder sind Sätze wie „Es geht einfach nicht“ oder „Das können wir nicht verantworten“ zu hören.

Noch am Abend wird damit begonnen, Toilettenhäuschen, Zäune und Planen abzubauen, damit sie nicht fortgeweht werden. Ob es einen Nachholtermin für den Zug gibt, lassen die Verantwortlichen offen. „Wir schließen es nicht aus“, sagt Oberbürgermeister Ebling.

Nicht nur stimmungstechnisch, auch wirtschaftlich hat die Absage Folgen. „Wir wissen noch nicht, wie hoch der Verlust sein wird“, sagt ein MCV-Vertreter. „Aber er wird ordentlich sein.“ Bis Kassensturz gemacht wird, dürfte vorerst aber die ganz emotionale, weniger kalkulatorische Enttäuschung überwiegen.

Nichtsdestotrotz betonen die Verantwortlichen von MCV, Feuerwehr und Stadt, die Entscheidung sei einvernehmlich gefallen. Die Mundwinkel hätten in dem Moment alle nach unten gehangen, sagt MCV-Sprecher Michael Bonewitz, ergänzt aber auch: „Wir mussten das tun. Mainz geht deshalb nicht unter.“

dpa

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