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Filmemacher Werner Nekes gestorben

Abschied Filmemacher Werner Nekes gestorben

Werner Nekes verhalf Helge Schneider und Christoph Schlingensief zu Ruhm. Und er hütete einen Schatz in Mülheim an der Ruhr. Nun ist der eigenwillige Filmemacher gestorben.

Regisseur Werner Nekes 2015 in Wien. Der Experimentalfilmkünstler ist im Alter von 72 Jahren gestorben.

Quelle: Hans Klaus Techt

Mülheim/Ruhr. Er holte Helge Schneider ins Kino und entdeckte Christoph Schlingensief - nun ist der eigenwillige Experimentalfilmkünstler Werner Nekes in seiner Heimatstadt Mülheim an der Ruhr gestorben. Er wurde 72 Jahre alt.

Nekes's legendärster Film war die in Mülheim gedrehte Schlagerfilmparodie „Johnny Flash“, die 1987 in die Kinos kam. Dafür holte Nekes den Musiker Helge Schneider als arbeitslosen Elektriker Jürgen Potzkothen erstmals vor die Kamera und machte ihn deutschlandweit bekannt.„Johnny Flash“ diente Schneider auch als stilistische Vorlage für seine eigenen Filme. Auch Christoph Schlingensief wirkte als Aufnahmeleiter, Kamera-Assistent und Darsteller an dem Streifen mit - Nekes unterrichtete mit ihm zusammen an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach.

Der am 29. April 1944 in Erfurt geborene Nekes wuchs im Ruhrgebiet auf und begann in den 1960er Jahren eigenwillige Experimentalfilme zu drehen. Für sein filmisches Schaffen wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1969 mit dem Bambi und mehrfach mit dem Deutschen Filmpreis. Seine Filme wurden auch auf der documenta in Kassel gezeigt.

Schon 1969 - er war erst 25 - wurde Nekes zum Professor für Experimentalfilm an die Hamburger Hochschule für Bildende Kunst berufen. Nekes hielt Vorlesungen und Vorträge an Universitäten im In- und Ausland. Später kehrte er ins Ruhrgebiet zurück. Nicht immer gefiel dem Publikum Nekes' Experimentierlust. Sein erotischer Abenteuerstreifen „Der Tag des Malers“ fiel 1997 bei den Filmfestspielen in Venedig durch.

Neben seiner Filmarbeit war Nekes ein leidenschaftlicher Sammler von Objekten aus der Vor- und Frühgeschichte des Kinos. Tausende Objekte aus 600 Jahren Geschichte des Sehens - von der Laterna Magica über Wundertrommeln und Daumenkinos bis zu Sehmaschinen mit längst vergessenen Namen wie Thaumatrop, Praxinoskop oder Tachyskop trug Nekes zusammen. In Mülheim richtete er sein Privatmuseum in einer ehemaligen Lederfabrik am Ufer der Ruhr ein. Helge Schneiders Büro liegt in unmittelbarer Nachbarschaft.

Nekes' Sammlung wurde in Paris, London und Tokio gezeigt. Zahlreiche Künstler, unter ihnen Schlingensief, setzten sich 2004 dafür ein, dass die Sammlung Nekes im einem Mülheimer Museum untergebracht wird. Doch der Plan scheiterte. Nekes' Wunsch, dass seine einzigartige Sammlung in ein öffentliches Museum kommt, erfüllte sich nicht.

dpa

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