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Kultur im Rest der Welt „Draußen in meinem Kopf“: Duell am Krankenbett
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15:31 25.04.2018
Müssen sich erst aneinander gewöhnen: Der todkranke Sven (Samuel Koch, l.) und sein Pfleger Christoph (Nils Hohenhövel). Quelle: Salzgeber
Hannover

Um seinen Job ist Christoph nicht zu beneiden. Der junge Mann verbringt sein freiwilliges soziales Jahr in einem Pflegeheim und soll sich dort ausschließlich um den etwa zehn Jahre älteren Sven kümmern. Dieser leidet unter Muskelschwund (Muskeldystrophie) im Endstadium und hat nur noch wenige Wochen zu leben. Sven ist vom Hals ab gelähmt und ans Bett gefesselt , er liebt er es zu provozieren. Auch Christoph bekommt das zu spüren. Eine richtige Unterhaltung erweist sich als schwierig, da keiner etwas von sich preisgeben will und Svens Sarkasmus zudem oft kaum zu ertragen ist.

Das ist die Ausgangssituation von „Draußen in meinem Kopf“. Inszeniert hat das nachdenkliche, aber überraschend unterhaltsame Drama Eibe Maleen Krebs mit Samuel Koch, der 2010 durch seinen fatalen „Wetten, dass ..?“-Unfall bekannt wurde, und Nils Hohenhövel in den Hauptrollen. Für alle drei ist der Film das Kinodebüt, und was sie abliefern, ist sehenswert.

Aus Distanz entsteht Nähe

Die Beziehung der beiden Protagonisten verändert sich durch den täglichen Kontakt. Aus der anfänglich Distanz, die sich immer wieder auch in offenen Aggressionen und bösen Kränkungen entlädt, entsteht zunehmend Nähe – und Intimität, die nicht nur durch die Krankheit bedingt ist, sondern auch durch den einzigen Schauplatz: Svens kleines Zimmer.

Allmählich zeichnet sich eine Freundschaft zwischen den beiden ab. Aus dem anfangs arg naiv erscheinenden Christoph wird ein gleichwertiger Partner von Sven – und der wiederum legt seine zynische Haltung ab. Da das alles sehr präzise und glaubhaft gespielt ist, geht dieser Film tief unter die Haut.

Von Ernst Corinth / RND

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