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Kultur im Rest der Welt Frances McDormand überzeugt in Venedig
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13:52 04.09.2017
In „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ lässt die Mutter Mildred (Frances McDormand)drei riesige Werbewände plakatieren, die auf das Versagen der Polizei hinweisen sollen. Quelle: Labiennale/2017 Twentieth Century Fox Film
Venedig

Die Schauspieler Woody Harrelson und Frances McDormand haben beim Filmfest Venedig ein vielschichtiges Werk über Polizeiwillkür und Rassismus vorgestellt.

In dem Wettbewerbsbeitrag „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ lässt die Mutter Mildred drei riesige Werbewände plakatieren, die auf das Versagen der Polizei hinweisen sollen - ihre Tochter war vor Monaten in dem Ort Ebbing vergewaltigt und ermordet worden, der Täter wurde nicht gefasst. Regie führt der Ire Martin McDonagh, der mit dem tragikomischen „Brügge sehen ... und sterben?“ seinen Durchbruch gefeiert hatte.

Auch „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ lebt von der Mischung aus schwarzem Humor und berührenden Momenten. Während der Film vom Schicksal von Mildreds Familie erzählt, offenbart er zugleich gravierende Missstände bei der örtlichen Polizei: Gewalt gegen Schwarze scheint zum Alltag zu gehören. Oscarpreisträgerin Frances McDormand („Fargo“) überzeugt als verzweifelte Mutter, Woody Harrelson spielt nuanciert den Polizeichef. In weiteren Rollen sind Sam Rockwell und „Game of Thrones“-Star Peter Dinklage zu sehen.

Im Wettbewerb ging am Montag darüber hinaus die Dokumentation „Ex Libris. The New York Public Library“ von Frederick Wiseman ins Löwen-Rennen. Über fast dreieinhalb Stunden beobachtet der US-Amerikaner die Arbeit an den vielen verschiedenen Bibliotheks-Standorten in der Metropole - von Hausaufgabenhilfe bei Schulkindern über Angebote zur Jobsuche bis zu wissenschaftlichen Vorträgen. Ohne die Bilder zu kommentieren oder direkte Interviews zu führen, ermöglicht Wiseman mit dem Mammutwerk einen spannenden Blick hinter die Kulissen. „Ex Libris“ wird so zu einer Würdigung dieser Ausnahme-Institution.

Als Sondervorführung wurde eine 3D-Version von Michael Jacksons legendärem Musikvideo „Thriller“ gezeigt. Der 14 Minuten lange Clip, in dem sich Jackson in einen Zombie verwandelt, gilt als Meilenstein in der Geschichte der Musikvideos. Mit Produktionskosten von rund einer halben Million Dollar war er 1983 der bis dahin teuerste Musikclip. Neu war auch, dass das Video länger als der Song vom gleichnamigen Album war und als eigenständiger Film angesehen wird.

dpa

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