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Kultur im Rest der Welt Gemälde von Max Beckmann für Rekordpreis versteigert
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13:36 28.06.2017
Max Beckmann hat sein Gemälde „Hölle der Vögel“ 1938 im Pariser Exil vollendet. Quelle: Auktionshaus Christie's
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London

Ein Gemälde von Max Beckmann hat bei einer Versteigerung den bisherigen Höchstpreis für einen deutschen Expressionisten erzielt.

Die Allegorie „Hölle der Vögel“ ist am Dienstagabend vom Auktionshaus Christie's in London für 36 Millionen Pfund (40,8 Millionen Euro) versteigert worden. Damit wurde laut Christie's ein Rekordpreis für den Künstler sowie der bisher höchste Preis bei einer Auktion für ein Werk des deutschen Expressionismus erzielt. Christie's hatte einen Schätzpreis von rund 30 Millionen Pfund festgesetzt.

Den bisherigen Rekord für ein Werk des deutschen Expressionismus hielt Ernst Ludwig Kirchners „Berliner Strassenszene“ (1913-1914), das 2006 bei Christie's in New York für 38 Millionen Dollar versteigert wurde.

Beckmann (1884-1950), der Deutschland im Sommer 1937 verließ, malte das laut Christie's „eindeutig zeitpolitisch zu assoziierende Bild“ ein Jahr später im Exil in Amsterdam und vollendete es 1938 in Paris. Das Gemälde mit seinen grellen Farben und gequälten Figuren von Vögeln und Menschen wird als Allegorie auf den Nationalsozialismus und dessen Opfer gewertet.

Es sei als ein „universelles Symbol der Menschheit“ mit Pablo Picassos „Guernica“ gleichzusetzen, hieß es bei Christie's. Beckmann soll dem Werk den Arbeitstitel „Land der Wahnsinnigen“ gegeben haben. Das Gemälde war seit 1983 in Privatbesitz. Laut Christie's wird seit einiger Zeit bedeutsames Käufer- und Sammlerinteresse am deutschen Expressionismus in Asien und „anderen neuen Märkten“ verzeichnet.

Der bisherige Rekordpreis für Beckmann war für das Gemälde „Selbstbildnis mit Horn“ (1938) erzielt worden, das 2001 bei Christie's in New York für damals 22,5 Millionen Dollar versteigert wurde.

Der 1884 in Leipzig geborene Beckmann gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Expressionismus. International wurde der Künstler von 1925 an auch als Professor der Frankfurter Städelschule bekannt. Die Nazis beendeten seine Karriere: Hunderte seiner Werke wurden nach 1933 als „Entartete Kunst“ aus Museen entfernt und beschlagnahmt. Beckmann floh 1937 in die Niederlande. Erst 1947 konnte er in die USA einreisen. Dort entstanden bis zu seinem Tod 1950 noch mehr als 80 Gemälde - von insgesamt fast 1000.

dpa

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