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Kultur im Rest der Welt Gera erwartet gespannt neue Funde zu Otto Dix
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11:00 15.11.2013
Otto Dix' «Dompteuse» (Ausschnitt). Foto: Public Prosecutor Office's Augsburg
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Gera

Der spektakuläre Münchner Kunstfund hat bisher vier unbekannte oder verschollene Werke des Malers Otto Dix (1891-1969) ans Tageslicht gebracht.

„Toll, dass das Aquarell "Dompteuse" von ihm wieder da ist“, sagte der Leiter der Geraer Kunstmuseen, Holger Saupe. Er kenne das Motiv bislang nur von einer Radierung.

Das Frühwerk aus dem Jahr 1922 gehört zu den 25 Bildern, die die Behörden auf internationalem Druck auf die Internetplattform

www.lostart.de
gestellt haben. Dazu zählt auch das Bild „Dame in der Loge“ - ebenfalls ein Frühwerk des in Gera geborenen Dix. Beide Arbeiten gehörten laut Internetplattform wahrscheinlich einst einem Privatsammler aus Breslau.

Vergangene Woche waren aus der kürzlich entdeckten Sammlung des Kunsthändlersohnes Cornelius Gurlitt, die mehr als 1400 Werke umfasst, bereits zwei bislang unbekannte Arbeiten von Dix - ein Selbstporträt mit Zigarette sowie „Dame mit Hut“ - vorgestellt worden.

Die Geraer Kunstsammlungen erhoffen sich durch die Arbeit der neu gebildeten „Taskforce“, einer Arbeitsgruppe von sechs Experten, auch Erkenntnisse zu den fünf von den Nazis beschlagnahmten Dix-Werken. Eines von ihnen, das Gemälde „Neugeborenes auf Händen“, sei nachweislich durch die Hände des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt gegangen, berichtete Saupe. Vermutlich nach dem Krieg habe es Dix-Sohn Ursus erstanden, der es später an das Kunstmuseum Stuttgart gegeben habe, wo es bis heute sei.

Es habe somit Verbindungen zwischen der ursprünglichen Geraer Dix-Sammlung und Gurlitt gegeben. Bei den Nazis wurde das Gemälde „Neugeborenes“ laut Saupe unter dem Titel „Säugling“ geführt. Das zeige die Schwierigkeiten, vor denen die Experten bei der Erforschung der Herkunft der Grafiken und Gemälde stünden. Zu den anderen vier beschlagnahmten Dix-Werken aus Gera gebe es aus dieser Zeit nur unvollständige Angaben. Damals existierte noch keine so präzise Erfassung wie heute.

Nach den Verlusten der Nazi-Zeit musste die Dix-Sammlung nach dem Zweiten Weltkrieg völlig neu aufgebaut werden. Mit mehr als 400 Arbeiten gehört sie zu den wichtigsten des Malers in Deutschland. Dix wurde 1891 in Gera geboren. Sein Geburtshaus beherbergt heute ein kleines Museum, in dem jedoch nur einige Dutzend seiner Arbeiten gezeigt werden können.

dpa

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