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Karlsruher „Ring“-Projekt startet mit „Rheingold“

Karlsruhe Karlsruher „Ring“-Projekt startet mit „Rheingold“

Vier international renommierte Regieteams aus vier Ländern inszenieren in Karlsruhe Richard Wagners „Ring des Nibelungen“. Zum Auftakt gab es ein minimalistisches „Rheingold“.

Karlsruhe. Das Bühnenbild war eher minimalistisch, die Musik dafür umso gewaltiger. Der Regisseur David Hermann brachte am Samstagabend in Karlsruhe die Oper „Das Rheingold“ von Richard Wagner auf die Bühne - und setzte dabei vor allem darauf, Bilder im Kopf der Publikums zu erzeugen.

Dabei bot das Stück mit schmiedenden Zwergen, einem Monsterdrachen, einer Kröte, singenden Nixen und einer Regenbogenbrücke für die Götter auf dem Weg nach Walhall eigentlich genug Stoff für Bühnenbilder.

Bei Hermann sah das anders aus. Der Drache - zwei rote Augen im Hintergrund. Die Regenbogenbrücke - Fehlanzeige. Die Kröte - eine Handpuppe. Die Bilder fanden musikalisch statt. Das gelang der Badischen Staatskapelle unter dem Dirigenten Justin Brown dafür umso eindrucksvoller - etwa bei der Darstellung des tiefen Wassers des Rheins. Die auf das tiefe Es gestimmten Kontrabässe setzten fast unhörbar ein, die Klänge erinnerten an die Bewegung von Wellen.

Die Badische Staatskapelle und Justin Brown hielten bei der „Rheingold“-Premiere den Spannungsbogen über zweieinhalb Stunden aufrecht. Holzbläsersoli, Blechbläsergewitter, satter Streicherklang - auch eine rein konzertante Aufführung wäre schon ein Ereignis gewesen. Regisseur Hermann inszenierte dazu auch ein überzeugendes Kammerspiel. Mit Liebe zum Detail wurden Ehekonflikte (Wotan und Fricka), der Brüderstreit der Riesen (Fafner und Fasolt) und die Rangeleien der Götterfamilie auf die Bühne gebracht.

Musikalisch punktete das Badische Staatstheater mit einem starken Solistenensemble. Renatus Meszar überzeugte als Göttervater Wotan, Jaco Venter als polternder Nibelung Alberich und Roswitha Christina Müller als tragische Göttin Fricka.

Insgesamt inszenieren vier international renommierte Regieteams aus vier Ländern in Karlsruhe Richard Wagners „Ring des Nibelungen“. Nach dem Deutsch-Franzosen Hermann mit „Das Rheingold“ folgt am 11. Dezember der multimedial arbeitende US-Amerikaner Yuval Sharon mit der romantischsten der Ring-Opern, der „Walküre“. Am 10. Juni 2017 wird der Isländer Thorleifur Örn Arnarsson „Siegfried“ inszenieren. Er ist von Kindheit an mit den nordischen Mythen vertraut. Den Schluss bildet am 15. Oktober 2017 der in Landshut geborene Regisseur Tobias Kratzer mit der „Götterdämmerung“. Die musikalische Leitung des gesamten „Ringes“ liegt beim Generalmusikdirektor des Staatstheaters, Justin Brown.

dpa

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