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Kultur im Rest der Welt Keine Lösung für besetzte Berliner Volksbühne in Sicht
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16:22 25.09.2017
Vertreter eines Kunstkollektivs halten die Volksbühne weiter besetzt. Quelle: Paul Zinken
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Berlin

Für die von Aktivisten besetzte Berliner Volksbühne hat sich bis zum Montagnachmittag noch keine Lösung abgezeichnet.

Seit Freitag sind Vertreter eines Kunstkollektivs als illegale Besetzer in dem Theater am Rosa-Luxemburg-Platz. Es gebe weiter Gespräche mit allen Beteiligten, sagte der Sprecher der Kulturverwaltung, Daniel Bartsch.

Ziel sei es, möglichst schnell eine Lösung für die Volksbühne zu finden, damit der Probenbetrieb wieder aufgenommen werden könne. Aber: „Es dauert so lange wie es dauert“, so Bartsch. Der neue Volksbühnen-Intendant Chris Dercon und seine Programmdirektorin Marietta Piekenbrock hatten zuletzt gefordert, dass die Politik „jetzt dringend ihrer Verantwortung nachkommt und handelt“.

Am Montagnachmittag hielt sich nur eine Handvoll Aktivisten in den Räumen der Volksbühne auf, die seit dieser Spielzeit von dem Belgier Dercon geleitet wird. Bierdunst und Schweißgeruch lag in der Luft. Eine kleine Gruppe Jugendlicher probte ein Theaterstück.

Am Samstagabend hatte die Besetzung so viele Menschen zu dem Theater gelockt, dass ein Einlass-Stopp verhängt werden musste. Mehr als 500 Leute seien aus Sicherheitsgründen nicht in den Räumen erlaubt, twitterten die Aktivisten.

Es sei nun die Aufgabe von Kultursenator Klaus Lederer (Linke), „den Besetzer-Klamauk am Rosa-Luxemburg-Platz zu beenden“, erklärte der kulturpolitische Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, Robbin Juhnke. „Die Volksbühne Berlin ist kein rechtsfreier Raum.“

Die Probe für das neue Stück der Regisseurin Susanne Kennedy habe wegen der Besetzung abgesagt werden müssen, sagte ein Sprecher der Volksbühne. Auch mehrere andere Abteilungen des Hauses könnten nicht arbeiten. Die Volksbühnen-Tageskasse bleibt ebenfalls geschlossen.

Am Montagmorgen gab es eine Versammlung der Volksbühnenmitarbeiter unter der Leitung von Dercon. Dort gab es eine große Solidarität gegen die ungebetenen Gäste, wie zu hören war.

Die Besetzer bezeichnen ihre Aktion als „darstellende Theaterperformance“, wie sie mitteilten. „Wir wollen mit unserer transmedialen Theaterinszenierung ein Zeichen setzen gegen die aktuelle Kultur- und Stadtentwicklungspolitik.“

Um Chris Dercon - Nachfolger von Frank Castorf - und die zukünftige Ausrichtung der Volksbühne gibt es seit Monaten Streit. Im Volksbühnen-Stammhaus am Rosa-Luxemburg-Platz sind ab November Aufführungen des Dercon-Teams geplant. Derzeit finden Vorstellungen nur am zweiten Spielort auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof statt.

dpa

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